Metas KI-Agent Muse steht kurz nach seinem Start im Zentrum von Berichten über Sicherheitslücken und unerwartete Zugriffe auf persönliche Daten. Karl Bode schreibt bei Techdirt, die Probleme stellten Metas wiederholte Zusagen zu Datenschutz und IT-Sicherheit infrage.
Muse soll Routineaufgaben übernehmen, etwa Tischreservierungen, Rechnungen oder Lebensmitteleinkäufe. Dafür benötigt der Dienst weitreichenden Zugriff auf Konten und persönliche Informationen. Als Oberfläche dient eine animierte Figur namens Jolly.
Laut Bodes Darstellung haben Nutzende und Sicherheitsforschende mehrere mögliche Schwachstellen entdeckt. Eine davon soll das Ausspähen von Mac-Nutzern über eine bislang unbekannte Sicherheitslücke ermöglicht haben. Ein weiterer Nutzer berichtete, Muse habe bei Facebook-Marketplace-Angeboten seine Wohnadresse weitergegeben und Gegenstände zu einem deutlich zu niedrigen Preis verkauft.
Berichte über Zugriff auf Nachrichten
Besonders schwer wiegt der Vorwurf, Muse könne private Nachrichten ohne ausdrückliche Freigabe auslesen. Bode verweist auf Berichte, wonach Inhalte trotz entsprechender Einstellungen in die Cloud übertragen worden seien. Nach diesen Vorfällen kündigte Apple Änderungen bei den Datenschutzfunktionen von macOS an, um den Zugriff externer Apps stärker zu begrenzen.
Der Beitrag berichtet außerdem, Muse erstelle detaillierte Profile zu Personen aus dem Umfeld der Nutzenden. Dazu zählten Freunde, Familienangehörige, Kollegen und abonnierte Kontakte. Diese Informationen können einem KI-Agenten helfen, Anfragen einzuordnen. Sie vergrößern jedoch zugleich die Menge sensibler Daten, die Meta verarbeitet.
Weiter zitiert Bode einen Bericht von 404 Media. Demnach sollen Sicherheitsteams unter Druck gestanden haben, Fehler rasch zu beheben, ohne den Produktstart zu verschieben. Eine Stellungnahme von Meta zu den einzelnen Vorwürfen enthält der zugrunde liegende Artikel nicht. Die Berichte zeigen das grundlegende Risiko solcher KI-Agenten: Je mehr Aufgaben sie übernehmen sollen, desto umfassender müssen oft ihre Zugriffsrechte sein.
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