Meta hat mit Muse Wonder und Muse Wonder Full zwei neue KI-Modelle vorgestellt. Sie sollen Agenten antreiben, die komplexe persönliche und berufliche Aufgaben über längere Zeit bearbeiten können. Nach Angaben des Unternehmens behalten die Modelle wichtige Zusammenhänge besser im Blick, reagieren flexibler auf Hindernisse und unterstützen unter anderem beim Programmieren, Planen, Recherchieren und Analysieren von Dokumenten.
Muse Wonder ist über die Meta Model API und das Produkt Muse Code verfügbar. Im persönlichen KI-Agenten Muse soll das Modell zunächst für zahlende Abonnenten freigeschaltet werden. Muse Wonder Full, die leistungsstärkere Variante, steht vorerst ausschließlich Abonnenten von Muse Code zur Verfügung.
Mit dem Start versucht Meta auch, zusätzliche Einnahmen jenseits seines Werbegeschäfts zu erschließen. Jonathan Vanian berichtet für CNBC, dass der Zugriff auf Muse Wonder in der Verbraucher-App ein Monatsabo für 20 oder 100 Dollar erfordert. Muse Wonder Full ist an Muse-Code-Abos für 50 oder 200 Dollar monatlich gekoppelt. Meta-KI-Chef Alexandr Wang sagt CNBC, dass der Zugang über die API wegen der höheren Rechenleistung teurer werde. Die Preise sollen aber deutlich unter denen vergleichbarer Spitzenmodelle von OpenAI und Anthropic liegen.
Gedächtnis und Ausdauer als Kernfunktionen
Meta beschreibt die neuen Modelle mit den Begriffen Active Memory und Active Focus. Active Memory soll es einem Agenten ermöglichen, relevante Informationen über mehrere Gespräche hinweg zu behalten und sie bei Bedarf gezielt abzurufen. Dazu können Vorlieben, frühere Entscheidungen, Kalendereinträge oder Inhalte aus freigegebenen Dokumenten gehören.
Active Focus bezeichnet die Fähigkeit, bei Problemen nicht sofort aufzugeben. Meta zufolge kann Muse Wonder alternative Wege ausprobieren, neue Informationen einbeziehen und vor wichtigen Schritten Rückfragen stellen. Wang nennt als Beispiel Aufgaben, bei denen sich während der Bearbeitung Hürden ergeben, etwa wenn ein Restaurant keine freien Reservierungszeiten mehr anbietet.
Meta verweist auf Ergebnisse in internen und branchenüblichen Tests zu Recht, Finanzen, Gesundheit, Gedächtnisleistung, Programmierung und langfristiger Softwareentwicklung. Das Unternehmen sagt zudem, Muse Wonder Full übertrage Fähigkeiten besser auf unbekannte Aufgaben als das frühere Modell Muse Spark 1.3. Diese Angaben beruhen auf Metas eigenen Auswertungen. Unabhängige Tests werden daher wichtig sein, um die Leistung einzuordnen.
Für Beschäftigte in der Content-Produktion und Wissensarbeit liegt der mögliche Nutzen vor allem in mehrstufigen Arbeitsabläufen. Meta zeigt Beispiele wie einen Sitzplan für eine Hochzeit mit vielen Vorgaben, einen individuell abgestimmten Trainingsplan und die Bearbeitung von Softwareprojekten über mehrere Arbeitsschritte hinweg.
Datenschutz bleibt ein zentraler Punkt
Leistungsfähigere Agenten erhöhen auch die Anforderungen an Datenschutz und Sicherheit. Meta erklärt, Muse Wonder biete die bislang stärksten Schutzmaßnahmen des Unternehmens gegen Missbrauch im Cyberbereich sowie bei CBRN-Risiken. Die Abkürzung steht für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren. Außerdem soll das Modell private Informationen besonders vorsichtig behandeln und manipulative Anweisungen abwehren.
Diese Zusagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Meta wegen möglicher Datenzugriffe seines Muse-Agenten in die Kritik geraten ist. So gab es Beschwerden in sozialen Netzwerken, wonach Muse persönliche Nachrichten ohne Erlaubnis abgerufen habe. Meta weist dies zurück. Das Unternehmen sagt, Nutzer könnten Zugriffe in früheren Gesprächen freigegeben und dies später vergessen haben. Wang zufolge beobachtet Meta Vorfälle rund um Agenten und will die Hinweise für Nutzer verbessern.
Quellen
- Meta introduces Muse Wonder and Muse Wonder Full, saying they deliver state-of-the-art performance on personal and professional agentic tasks – Meta AI
- Meta says Muse Wonder is available to Muse app subscribers, via Meta Model API, and Muse Code; Wonder Full is available to Muse Code subscribers – CNBC
- Meta says it plans to power its Muse AI agent with Wonder, starting with subscribers, and will develop specialized models it “can bring to everyone using Muse” – The Verge
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