Meta erweitert Muse um Videochats, Agenten-E-Mail und … ein Tamagotchi?

Meta baut seinen KI-Agenten Muse mit Live-Videochats, eigenen E-Mail-Adressen, Computersteuerung auf dem Mac, Unterstützung für Smart Glasses und einem kleinen Handgerät namens Muse Charm aus. Die Ankündigungen zeigen, dass Meta Muse auf mehr Geräten verfügbar machen und den Agenten stärker in alltägliche Aufgaben einbinden will.

Muse Charm ist das auffälligste neue Produkt. Meta beschreibt es als kleinen, dauerhaft bereiten KI-Begleiter im Format eines Schlüsselanhängers. Es richtet sich an Menschen, die Muse nutzen wollen, ohne eine Smartbrille zu tragen. Firmenchef Mark Zuckerberg stellte das Gerät bei der Connect-Veranstaltung vor. Es soll einen schnellen Zugang zu Muse bieten und es ermöglichen, dem Assistenten die Umgebung zu zeigen.

Nach den vorliegenden Berichten will Meta den Muse Charm im Dezember ausliefern. Einen Preis und vollständige technische Daten nannte das Unternehmen noch nicht. Das Gerät startet in einer Produktkategorie mit schwieriger Vorgeschichte. Frühere eigenständige KI-Geräte wie Humane Ai Pin und Rabbit R1 erhielten nach ihrem Marktstart viel Kritik. Meta setzt darauf, dass Charm von einem Assistenten profitiert, der auch in Apps, auf Computern und in Brillen eingesetzt werden soll.

Neue Kommunikationswege für Muse

Meta ergänzt Muse außerdem um Funktionen, die über die bisherige Textoberfläche hinausgehen. Nutzer sollen Live-Videoanrufe mit einem Muse-Avatar führen können. Das Aussehen des Avatars lässt sich bereits anpassen. Künftig sollen auch Stimmeinstellungen hinzukommen. Ein neues Modell namens Muse Realtime Avatar soll die Bewegungen der Figur während des Gesprächs steuern.

Jeder Muse-Agent soll eine eigene E-Mail-Adresse erhalten. Der Agent kann diese Adresse laut Meta bei der Erledigung von Aufgaben nutzen. Nutzer können ihren Agenten auch per E-Mail kontaktieren. Welche Dienste der Agent dabei konkret nutzen darf und welche Schutzmechanismen für Aktionen aus dem Postfach gelten, hat Meta noch nicht genauer erläutert.

Die Mac-App von Muse soll Funktionen zur Computernutzung erhalten. Damit könnte der Agent mit dem Computer des Nutzers interagieren und Arbeitsschritte übernehmen. Meta nennt bislang jedoch nicht, welche Anwendungen, Berechtigungen und Aufgaben zum Start unterstützt werden. Solche Funktionen können wiederkehrende Abläufe automatisieren. Sie verlangen aber auch klare Kontrolle, wenn ein Agent auf Dateien, Webseiten oder Kontodaten zugreift.

Auf Metas KI-Brillen soll Muse Fragen zu dem beantworten können, was Nutzer gerade sehen. Einen genaueren Termin als „in den kommenden Monaten“ nannte Meta nicht. Außerdem bereitet das Unternehmen für die Brillen ein System namens Private Processing vor. Nach Angaben von Meta soll es Daten auch während der Verarbeitung in der Cloud schützen. Das gewinnt an Bedeutung, wenn ein Assistent Video, Sprache und visuelle Eindrücke verarbeitet.

Meta kündigte daneben reine Audiobrillen, aktualisierte Modelle der Ray-Ban Meta Glasses sowie ein deutlich schlankeres Virtual-Reality-Headset für das kommende Frühjahr an. Im Mittelpunkt der Strategie steht jedoch Muse. Meta positioniert den Agenten nicht als einzelne App, sondern als Dienst, der Nutzer zwischen E-Mail, Computer, Brille und einem eigenen Handgerät begleiten soll.

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