Meta startet Muse, einen persönlichen KI-Agenten für Alltagsaufgaben

Meta hat mit Muse einen persönlichen KI-Agenten vorgestellt, der Aufgaben selbstständig erledigen soll. Dazu gehören etwa Terminbuchungen, Ticketkäufe, Online-Formulare und die Organisation persönlicher Informationen. Das Angebot richtet sich zunächst an volljährige Nutzerinnen und Nutzer in den USA und ist für iOS, Android, im Web, über WhatsApp sowie inzwischen auch als Mac-App verfügbar.

Muse soll mehr sein als ein Chatbot. Der Agent arbeitet in einer eigenen virtuellen Maschine in Metas Cloud und kann Aufgaben auch dann weiterverfolgen, wenn die App geschlossen wurde. Nutzer können dem Assistenten einen Namen und einen Avatar geben sowie seinen Kommunikationsstil festlegen.

Nach Angaben von Bloomberg basiert Muse auf dem KI-Modell Muse Spark 1.3. Der Agent kann sich unter anderem mit Gmail, Google Kalender, Google Drive, Ticketmaster und OpenTable verbinden. David Singleton, der bei Meta die technische Entwicklung des Produkts leitet, sagt, Muse könne auf Wunsch auch eine eigene Schnittstelle für Dienste mit einer API erstellen.

Eigener Browser und abgestufte Berechtigungen

Die Bedienung erfolgt über eine Chat-Oberfläche. Im Hintergrund nutzt Muse einen integrierten Browser innerhalb der virtuellen Maschine. Dieser Browser bleibt für die Nutzer sichtbar. Meta erklärt, der persönliche Arbeitsbereich sei von den Umgebungen anderer Nutzer getrennt, auch wenn er auf der Infrastruktur des Konzerns läuft.

Ein System namens Sentinel soll den Zugriff auf Websites und verbundene Dienste kontrollieren. Sentinel entscheidet, ob Muse eine Aktion ausführen darf, sie blockieren muss oder zunächst eine Zustimmung einholen soll. Meta zufolge lässt sich festlegen, ob der Agent Informationen nur lesen oder auch verändern darf. Berechtigungen können zudem auf einzelne Aufgaben, Dienste, Zeiträume oder Transaktionen begrenzt werden.

Bei sensiblen Vorgängen, etwa einem Kauf, soll Muse stets nachfragen. Weniger riskante und bereits genehmigte Schritte kann der Agent eigenständiger erledigen. Diese Unterscheidung ist wichtig: KI-Agenten mit weitreichendem Zugriff können Daten löschen oder unerwünschte Aktionen ausführen. Axios verweist auf mehrere Vorfälle, bei denen autonome Agenten Daten entfernten oder automatisierte Aktivitäten auslösten, die Dienste nicht akzeptierten.

Auch der Umgang mit Nutzerdaten bleibt ein entscheidender Punkt. Axios berichtet, dass Anfragen an Metas Modelle standardmäßig vom Unternehmen verwendet werden können. Diese Einstellung lässt sich jedoch abschalten. Meta arbeitet außerdem an einer vertraulichen Version des virtuellen Arbeitsbereichs, bei der das Unternehmen die Aktivitäten darin nicht einsehen kann.

Kostenlose Nutzung und kostenpflichtige Stufen

Muse gibt es in einer kostenlosen Variante sowie als Abonnement für 20 oder 100 US-Dollar pro Monat. Bloomberg zufolge umfasst die kostenlose Stufe bis zu 100 Millionen Tokens pro Woche. Die Bezahlangebote richten sich an Personen mit höherem Rechenbedarf.

Werbung zeigt Meta innerhalb von Muse nach eigenen Angaben nicht. KI-Chef Alexandr Wang sagt Axios jedoch, das Unternehmen prüfe Einnahmen rund um Handel und Einkäufe. Zudem soll Muse künftig mit Metas KI-Brillen funktionieren.

Die Mac-App erweitert den Zugriff des Agenten auf den Rechner. Laut The Verge kann Muse Dateien sortieren, Formulare ausfüllen und Informationen aus Nachrichten, Kalender und Notizen abrufen. Damit wächst der praktische Nutzen im Arbeitsalltag. Zugleich wird es noch wichtiger, dass Nutzer nachvollziehen können, auf welche Daten und Funktionen der Agent zugreifen darf.

Muse ist Teil von Mark Zuckerbergs Ziel, eine besonders leistungsfähige persönliche KI zu entwickeln. Für Meta wird nun entscheidend sein, ob der Agent zuverlässig genug arbeitet und ob Nutzer ihm die notwendigen Zugriffsrechte anvertrauen.

Quellen

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