Apple könnte schon bald die Nase vorn haben im Rennen um künstliche Intelligenz im Alltag. Nicht weil das Unternehmen die fortschrittlichste KI-Technologie entwickelt hat, sondern weil es auf einfache Bedienung setzt. M.G. Siegler schreibt für Spyglass, dass das neu vorgestellte „Siri AI“ den Massenmarkt für KI erschließen könnte wie kein anderes Produkt bisher.
Siegler räumt ein, dass Apple bei seiner jährlichen Entwicklerkonferenz WWDC technisch nichts Bahnbrechendes gezeigt hat. Dienste wie ChatGPT, Google Gemini oder Anthropic Claude bieten ähnliche oder deutlich leistungsfähigere Funktionen, teils seit Jahren. Für den Analysten spielt das jedoch keine entscheidende Rolle.
Der entscheidende Vorteil: direkt eingebaut
Siri AI ist tief im iPhone verankert. Nutzerinnen und Nutzer müssen keine App herunterladen und keine Einstellungen vornehmen. Ein Knopfdruck oder das Wort „Siri“ genügt. Kein anderer KI-Dienst bietet diesen Zugang auf Systemebene.
Technisch stützt sich Apple auf eine Zusammenarbeit mit Google. Die neuen „Apple Foundation Models“ basieren auf einer aufbereiteten Version von Googles Gemini-Technologie. Diese Partnerschaft gilt als entscheidend dafür, dass Siri AI diesmal zuverlässig funktioniert. Apples erster Anlauf vor zwei Jahren scheiterte und endete in Klagen wegen irreführender Werbung.
Die WWDC-Demo lief vollständig per Sprache. Ein leitender Apple-Ingenieur bediente Siri AI ohne Tippen und ohne App-Wechsel. Laut Siegler war dies ein bewusstes Signal: Anders als beim letzten Mal soll Siri AI kein leeres Versprechen sein.
Diese Risiken bleiben
- Siri hat Nutzer über 15 Jahre hinweg trotz zahlreicher Verbesserungsversprechen enttäuscht.
- Unklar ist, wie Apple seine KI-Modelle aktuell hält, während Google Gemini laufend weiterentwickelt.
- In der EU und China könnte die Einführung durch gesetzliche Vorgaben eingeschränkt werden.
Sieglers Fazit: Apples größter Trumpf ist nicht die KI-Technologie selbst. Es sind das Vertrauen der Verbraucher, die riesige Nutzerbasis und die Stärke des Standardangebots auf dem meistgenutzten Smartphone der Welt. Das iPhone sei nun „das erste echte KI-Gerät.“ Mit einer Einschränkung: wenn es funktioniert.
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