Ausprobiert: Apples neue Siri löst das KI-Versprechen endlich ein

Apple hat eine stark verbesserte Version seines Sprachassistenten Siri vorgestellt, die auf KI basiert und auf Googles Gemini-Modellen aufbaut. Allison Johnson berichtet für The Verge, dass der neue Siri alltägliche Aufgaben erledigen kann, an denen frühere Versionen regelmäßig gescheitert sind.

Was der neue Siri leisten kann

  • Mehrere Kalendertermine direkt aus einer E-Mail oder einem Flyer anlegen
  • Probleme im Haushalt diagnostizieren, etwa bei welkenden Pflanzen, und Folgemaßnahmen vorschlagen
  • Erinnerungslisten und Kalendereinträge auf Basis einer einzigen Eingabe erstellen
  • Persönliche Informationen aus E-Mails und Kalender nutzen, um relevante Antworten zu geben

Johnson hat diese Funktionen selbst getestet und bestätigt, dass sie wie beschrieben funktionieren. Sie weist jedoch darauf hin, dass es sich um ein grundlegendes Funktionsset handelt. Googles Gemini-Assistent bietet vergleichbare Fähigkeiten auf Android bereits seit zwei Jahren.

Apple und Google gehen beim Umgang mit persönlichen Daten unterschiedliche Wege. Siri indiziert Informationen aus E-Mails und Nachrichten direkt auf dem Gerät. Nur wenn eine Aufgabe mehr Rechenleistung erfordert, werden die relevanten Daten an Apples Private Cloud Compute übertragen. Gemini hingegen greift nach einer Einwilligung der Nutzenden direkt auf Gmail und Google Calendar zu.

Im Ton unterscheiden sich die beiden Assistenten ebenfalls. Johnson stellte fest, dass Siri sachlicher und direkter antwortet als Gemini. Auf eine Frage zu welkenden Blumen antwortete Gemini mit „Das ist unglaublich frustrierend“, während Siri die Ursache sofort analysierte.

Der neue Siri ist derzeit nur als Entwickler-Beta verfügbar. Apple hat den Assistenten außerdem stärker in iOS integriert. So lässt er sich nun durch langes Drücken des Einschaltknopfes direkt über die Dynamic Island aufrufen.

Apples frühere KI-Ankündigungen für Siri führten nie zu funktionierenden Produkten. Johnson beschreibt die neue Version als kleinen, aber bedeutsamen Schritt, um das Vertrauen der Nutzenden zurückzugewinnen. Die zwei Ziele, die Apple diesmal nicht verfehlen durfte: dass der Assistent funktioniert und dass er tatsächlich ausgeliefert wird.

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