Die Regierungen von Großbritannien und Irland ergreifen rechtliche Maßnahmen gegen den Missbrauch von künstlicher Intelligenz. Im Fokus stehen sogenannte Deepfakes und die Erstellung nicht einvernehmlicher intimer Bilder. Die britische Regierung setzt diese Woche ein Gesetz in Kraft, das die Erstellung oder Anforderung solcher Bilder unter Strafe stellt.
Die britische Technologieministerin Liz Kendall erklärte, dass auch das Anbieten von Software zur digitalen Entkleidung von Personen verboten werden soll. Die Medienaufsicht Ofcom leitete eine Untersuchung gegen die Plattform X (ehemals Twitter) ein. Dem Unternehmen drohen hohe Geldstrafen oder eine Sperre in Großbritannien, falls es Sicherheitsvorgaben missachtet. Elon Musk, der Eigentümer von X, bezeichnete das Vorgehen unzutreffend als „Zensur“. Die Regierung entgegnet, dass es um den Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt geht.
Neue rechtliche Rahmenbedingungen für Identitätsschutz
In Irland fordern Politiker eine schnellere Verabschiedung des Protection of Voice and Image Bill. Dieses Gesetz soll die unbefugte Nutzung von Namen, Stimmen oder Bildern unter Strafe stellen. Malcolm Byrne, der den Entwurf einbrachte, sieht darin eine notwendige Reaktion auf Identitätsdiebstahl durch KI.
Expertinnen für Kinderschutz in Irland betonen, dass KI-generierte Missbrauchsbilder für Betroffene die gleichen Folgen haben wie echte Aufnahmen. Die aktuelle Gesetzgebung konzentriere sich oft zu stark auf einzelne Nutzer. Zukünftige Regeln sollen verstärkt die Plattformen und deren Produkte in die Pflicht nehmen, um die Sicherheit der Nutzer zu gewährleisten.
Quellen: The Irish Times, BBC
