13 Dinge, die ich beim Schreiben mit KI gelernt habe

Seit ein paar Jahren hat KI nun in unsere Branche Einzug gehalten und bei mir ist es zu einem Werkzeug geworden, das ich nicht mehr missen möchte. Manchmal fühlt es sich sogar wie ein Partner an, aber da lauert eine der vielen Fallen der KI-Nutzung.

In diesem Artikel habe ich aufgeschrieben, was ich persönlich beim Schreiben mit KI gelernt habe – über mich, das Schreiben allgemein und auch über KI.

Dabei zeige ich dir auf, was für mich gut funktioniert und wo die Probleme und Stolperfallen lauern.

KI ist nicht dein Freund

Manchmal fühlt sich ein KI-Chatbot wie ein Mensch an, vielleicht sogar wie ein Freund, und das ist Absicht. Es macht den Reiz von Diensten wie ChatGPT aus, dass wir mit ihnen „sprechen“ können.

In Wirklichkeit hat das System hinter den Kulissen wenig damit zu tun, wie wir Menschen hinter den Kulissen ticken. Die Menschlichkeit ist nur sehr geschickt vorgetäuscht.

Wir nennen es mit gutem Grund Künstliche Intelligenz. Eine künstliche Rose ist keine Rose, eine künstliche Hüfte keine Hüfte, eine künstliche Intelligenz keine Intelligenz.

Klingt logisch, wird aber oft übersehen.

Zugleich gilt: Das Kunstprodukt kann, unter bestimmten Umständen, als Ersatz für das Vorbild dienen. Damit das funktioniert, muss man die damit verbundenen Limitierungen kennen und die richtigen Einsatzfelder finden.

Ein Freund aber kann die KI nicht sein, denn das ist eine Person, der wir vertrauen können. Ein (guter) Freund ist zudem jemand, der uns auch darauf hinweist, wenn wir Gedanken, Gefühle, Entscheidungen, Ideen und Impulse hinterfragen sollten.

KI tut das manchmal, je nachdem welchen Chatbot du nutzt. Aber in der Regel geht es dann darum, dass sich der Anbieter vor teuren Klagen schützen will. Es ist ihnen am Ende des Tages eher egal, ob dich die KI in die Irre führt oder nicht. Zudem haben sie nur begrenzt Einfluss darauf.

Insofern: Ja, du kannst mit einer KI so sprechen als wäre sie ein Mensch. Aber sie ist eben kein Mensch. Sie macht überraschende Fehler. Sie übersieht wichtige Punkte. Sie ist häufig darauf trainiert, dir zu schmeicheln und dich im Gespräch zu halten. Sie hat keine eigene Lebenserfahrung. Sie fühlt nichts.

Sie ist deshalb kurz gesagt kein guter Lehrer oder Ratgeber.

Schneller ist nicht besser

Dass KI einen gut klingenden Text in Sekunden produzieren kann, ist natürlich faszinierend. Das war, was mich bei der ersten Nutzung von ChatGPT verblüfft hat, denn bis dahin waren diese Tools kaum in der Lage ein paar Sätze sinnvoll aufeinander folgen zu lassen. Siehe dazu meinen Verriss zu KI-Schreibtools, den ich ein halbes Jahr vor ChatGPTs Premiere fürs UPLOAD Magazin geschrieben hatte.

Aber einen sinnvoll klingenden Text in Sekunden auszuspucken ist erst einmal nur ein Partytrick.

Wenn wir professionell Inhalte erstellen, haben wir (hoffentlich) deutlich höhere Ansprüche.

Die Geschwindigkeit ist daher am Ende des Tages nicht der große Vorteil.

Denn ansonsten passiert mit deinen Texten, was in diesem Beispiel sehr schön anhand von Buchcovern vorgeführt wurde: Sie sind vollkommen austauschbar.

Für sich genommen sind sie okay. Aber deine Leserschaft ist nicht nur auf deiner Website. Sie trifft auf diese KI-Texte überall sonst auch.

KI kann ein Qualitätsbooster sein

Anstatt mit KI jetzt noch schlechtere Inhalte noch schneller und billiger als je zuvor zu produzieren, können schlaue Menschen sie ebenso fürs Gegenteil einsetzen: die Qualität verbessern.

Einige Ideen:

  • Richte eine KI ein, die deine Leserschaft simuliert. Du hinterlegst deine Persona(s). Ihr stellst du Themenideen oder Artikelformate vor, die KI lässt die Persona(s) darauf reagieren, Fragen stellen etc. Das ersetzt keine Gespräche mit echten Menschen, kann dir aber interessante Einblicke geben. Das ist besonders in den Ideen- und Themenfindungsphasen sinnvoll.
  • Nutze KI-gestützte Recherche-Tools. Diese oft „(Deep) Research“ genannte Funktion gibt es etwa bei Claude, Gemini, ChatGPT und andernorts. Sie kann für dich anhand eines Rechercheplans nach passenden Zahlen, Fakten, Informationen, Beispielen, Hintergründen oder Zitaten online suchen. Die Ergebnisse musst du natürlich überprüfen. Solche Tools finden zudem nur öffentlich verfügbare Informationen. Aber sie können eine hilfreiche Grundlage legen.
  • Mach die KI zum kreativen Gegenspieler. Von Haus aus ist KI-Kreativität zwar eine Illusion (siehe unten). Aber du kannst deine menschliche Kreativität via KI herausfordern und anregen. Verdonnere die KI dazu, dir absurde Ideen für deinen halbfertigen Artikel zu liefern. Fordere sie dazu auf, als extrem kritischer Redakteur zu agieren. Es hängt ganz von deinen Vorlieben und deiner Persönlichkeit ab, was hier am besten funktioniert.
  • Lass die KI gegenlesen. Zwar sind KI-Tools nicht perfekt, wenn es um Grammatik geht, da sie weitverbreitete Fehler ebenfalls machen. Aber generell ist es eine gute Hilfe und sollte als Handgriff inzwischen dazugehören.
  • Setze KI als Assistenten ein. Gerade „agentische“ Tools wie Claude Cowork können dir mühsame Arbeiten abnehmen. Leg deinen neuesten Artikel in einem spezifischen Ordner ab und Cowork nimmt ihn sich und erstellt weitere Formate für dich daraus, zum Beispiel für Social Media und andere Anwendungsfelder. Hier findest du einen allgemeinen Überblick zu KI-Agenten.

Ja, es gibt KI-Erschöpfung

So hilfreich KI sein kann, so erschöpfend ist es aber bisweilen, mit ihr zu arbeiten. Eine Studie hat dazu neulich den schönen Begriff des „Botsittings“ geprägt: Es meint all die Zeit und Energie, die wir darauf verwenden, KI-Tools auf ihre Aufgabe vorzubereiten oder aber die Ergebnisse zu begutachten und zu verbessern.

Was ich daraus für mich gelernt habe: Ich muss die KI ganz bewusst ausbremsen. Langsamer ist in diesem Fall deutlich besser. Denn nur dann habe ich eine Chance, über den Output nachzudenken, anstatt ihn zu akzeptieren und durchzuwinken.

Meine Kreativität, meine Erfahrungen, meine Fertigkeiten benötigen Raum um sich entfalten zu können. Den gibt KI aber oft nicht, weil sie uns sofort ein Ergebnis präsentieren will anstatt eines Zwischenschritts oder eines Vorschlags.

In einem weiteren Artikel habe ich das noch genauer aufgeschrieben.

Zeit und Energie gehen an den Übergängen verloren

Am besten funktioniert KI für mich immer dann, wenn sie direkt dort zu finden ist, wo ich meine Arbeit erledige. Für den Smart Content Report habe ich mit KI-Hilfe ein Plugin entwickelt, das mir genau das bietet. Die News und Zusammenfassungen entstehen dadurch nun direkt an Ort und Stelle. Früher war das jede Menge Copy-und-Paste.

Ein anderes Beispiel ist die Canvas-Funktion bei Gemini. Sie funktioniert ähnlich wie ein Google Doc, an dem du gemeinsam mit der KI arbeitest. Gemini ist an sich nicht meine liebste Schreib-KI. Das ist Claude. Aber Gemini ist besser als viele denken und allein diese Canvas-Funktion ist ein Grund, warum ich sie neben Claude auch fürs Schreiben nutze. Es ist so einfach und natürlich, dass sich daraus ein Flow-Gefühl ergeben kann.

Natürlich habe ich dafür eine eigens angepasste Version von Gemini erstellt (ein „Gem“), das langsam und Schritt für Schritt mit mir an solchen Vorhaben arbeitet, so wie ich es oben beim Thema „KI-Erschöpfung“ beschrieben habe.

Hier jedenfalls sehe ich die größte Chance für die Zukunft, selbst wenn KI-Modelle demnächst keine großen Fortschritte bei ihren Fähigkeiten machen sollten: Wir haben noch überhaupt nicht ausgereizt, wie sich KI perfekt in unsere Arbeitsabläufe integrieren lässt. Es ist heute alles ein bisschen zerfasert und verstreut.

Lernen und Erfahrungen zu sammeln braucht Zeit

Da KI vor allem als Gewinn für Effizienz und Produktivität angepriesen wird, gibt es oft nicht genug Zeit für Experimente.

Das aber ist ein großer Fehler.

Wir verstehen erst mit der Zeit, für welche Aufgaben sich KI in welchem Umfang einsetzen lässt und welche Grundvoraussetzungen es braucht, damit die Ergebnisse optimal ausfallen.

Dazu gehört es, verschiedene Modelle kennenzulernen. Dazu gehört es, Tools wie Cowork nicht nur auszuprobieren, sondern intensiv zu testen und tiefgehend zu verstehen. Dazu gehört es, KI-Workflows zu entwickeln und immer weiter zu verbessern.

Solche Zeit muss da sein, ansonsten bleibt KI-Nutzung nur an der Oberfläche.

Eine Abkürzung dafür können gezielte Schulungen sein. Die sind zwar ebenfalls kein Ersatz für eigene Experimente. Sie sorgen aber dafür, dass diese Experimente eine vernünftige Grundlage haben und gezielter ablaufen.

Anfragen dazu gern an jan@smartcontentreport.com.

Die richtigen Aufgaben zu finden, ist nicht immer leicht

Ein Problem, das ich persönlich immer wieder sehe: KI wird für die falschen Aufgaben eingesetzt. Sie kommt nicht dort zum Einsatz, wo sie die meiste positive Wirkung entfaltet.

In unserer Branche wurden und werden KI-Tools beispielsweise besonders gern fürs Generieren von Texten eingesetzt. Wie oben beschrieben kann KI das auf den ersten Blick auch gut. Die Probleme werden erst später sichtbar.

Ich verdiene nun seit mehr als 30 Jahren meinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben. Ich habe nie gedacht: „Ach, wenn ich doch nur nicht mehr Schreiben müsste! Ich wünschte, eine Maschine könnte mir das abnehmen!”

Nein. Ich liebe das Schreiben. Ich schreibe auch in meiner Freizeit – einfach so, aus Spaß.

Zugegeben: Nicht jede Art von Schreiben macht gleich viel Freude. Aber trotzdem ist es der letzte Teil meiner Arbeit, den ich an eine Maschine abgeben möchte.

Zum Glück sind in den letzten Monaten nun Tools wie Claude Cowork und ChatGPT Work auf den Markt gekommen, die uns und vielen anderen die mühsamen und langweiligen Aufgaben abnehmen können.

Gut so! Ich hoffe, dass sich dieser Gedanke auch in Redaktionen mehr durchsetzt: Lasst Menschen kreativ sein und nutzt KI als Unterstützer.

KI ist nicht zum Schreiben gemacht

Keines der führenden KI-Tools ist speziell auf die Bedürfnisse professioneller Schreiber ausgerichtet. Dass KI schreiben kann, ist eher ein Beiprodukt.

Zugleich weißt du sicher genauso wie ich: Schreiben ist ein Handwerk. Die meisten Menschen können Wörter aneinanderreihen. Und eine KI kann das wahrscheinlich sogar besser als die meisten.

Aber für das Niveau eines erfahrenen Profis fehlt es dann eben doch an Können, Feinschliff und Verständnis.

In einem eigenen Artikel habe ich bereits genauer beschrieben, warum KI solche Schwierigkeiten mit dem kreativen Schreiben hat und wie du dem entgegenwirken kannst.

„Human in the Loop“ ist das absolute Minimum

Manche feiern sich schon, weil sie KI-Texte nicht unbearbeitet veröffentlichen.

Mein Applaus fällt verhalten aus.

Aus meiner Sicht ist das „Human in the Loop“-Prinzip das absolute Minimum, wenn es um Inhalte geht.

Es ist auch das Minimum, das der EU AI Act (KI-VO) verlangt, damit du KI-Texte nicht also solche kennzeichnen musst. Siehe dazu meinen Beitrag zu den Transparenzpflichten rund um KI-Inhalte.

Es gibt im Wesentlichen drei Stufen:

  1. KI legt vor, Mensch nimmt ab: In diesem Fall recherchiert und schreibt die KI und du als Mensch kontrollierst und bearbeitest.
  2. Mensch und KI als Team: Hier arbeiten KI und Mensch gemeinsam an einem Inhalt.
  3. Mensch am Steuer, KI als Assistent: Und schließlich haben wir den Fall, dass der Mensch den Inhalt selbst erstellt und die KI lediglich als hilfreicher Assistent fungiert.

Alle drei haben ihre Berechtigung. Sie können zudem an unterschiedlichen Stellen des Content Workflows zum Einsatz kommen.

Lies mehr dazu in meinem Artikel beim UPLOAD Magazin. Zum Abruf benötigst du einen kostenlosen Account. Den kannst du dir in einem Schritt anlegen.

Die Probleme der KI-Texte sind oft gut versteckt

Wir sind uns inzwischen hoffentlich einig, dass du KI-Texte immer bearbeiten musst. Das gilt zumindest dann, wenn ein Minimum an Qualität gefragt ist.

In diesen Momenten findest du Dinge wie logische Sprünge oder einen Knäul im Roten Faden. Vielleicht tauscht du auch noch einige Wörter und Formulierungen aus, entfernst die allgegenwärtigen Gedankenstriche und bereinigst andere andere Kleinigkeiten.

Die eigentlichen Probleme aber sind schwerer zu entdecken.

Verlässt du dich zu sehr auf die KI, fallen dir inhaltliche Lücken gar nicht erst auf. Du hast schließlich das Denken an die Maschine ausgelagert. Für dein Gehirn ist es nun noch schwieriger, das Ergebnis kritisch zu beurteilen.

Machst du dir hingegen deine eigenen Gedanken, wirst du schneller und einfacher darauf kommen, was alles in einen Beitrag oder einen Themenkomplex gehört.

Du kennst deine Zielgruppe. Du hast deine eigenen Erfahrungen und Fertigkeiten. Alles das bringt die KI nicht mit. Sie liefert etwas ab, das „gut genug“ ist, aber eben auch austauschbar und seelenlos.

Ein anderer Punkt sind die berüchtigten „Halluzinationen“. Dieser Begriff meint Informationen und Aussagen, die passend und stimmig aussehen, aber frei erfunden oder falsch wiedergegeben sind. Ich habe in einem eigenen Artikel beschrieben, wie du KI-Halluzinationen erkennst und vermeidest. Darin erkläre ich auch genauer, woher sie eigentlich kommen.

Manche Leute reagieren ganz entrüstet, dass die KI sie „anlügt“. Dabei macht sie einfach ihren Job so wie sie ihn gelernt hat. Das Prüfen von Fakten gehört schlichtweg nicht dazu. Du musst das in deinen KI-Workflow integrieren.

KI verleitet dazu, extrem lange Texte zu produzieren

Du wirst es vielleicht nicht glauben, aber diesen Artikel hier habe ich ohne KI-Hilfe geschrieben. Themenfindung, Gliederung und erst Recht die Umsetzung gehen alle auf meine Kappe.

Insofern entschuldige ich mich an dieser Stelle für den enorm langen Text.

Aber du bist es möglicherweise bereits gewohnt, unfassbar ausführliche Beiträge im Netz zu sehen.

Noch vor einigen Jahren waren solche Inhalte ein Zeichen dafür, dass sich jemand tiefgehend und intensiv mit einem Thema beschäftigt hat. „Skyscraper Content“ war ein Schlagwort dazu aus der SEO-Szene: Inhalte, die wie ein Wolkenkratzer aus der Masse herausragen.

Damals war das noch eine Herausforderung. Es kostete Mühe.

Heute ist es mit KI die einfachste aller Übungen.

Die Versuchung ist groß, mit Claude und anderen laufend ellenlange Inhalte zu produzieren, denn sie machen es dir so einfach. Die Arbeit mit ihnen kann geradezu berauschend wirken, wenn es gut läuft. Und schon hat man einen Beitrag produziert, der zwei oder drei Mal länger ist als normal.

Und warum auch nicht? Ist mehr nicht besser?

Nicht unbedingt, nein. Zumal du damit genau in die Falle tappst, die ich oben schon beschrieben habe: Du siehst nur deine Inhalte, während deine Leserschaft sie immer im Zusammenhang mit Inhalten andernorts sieht.

Was für dich wie großartiger Content wirkt, wirkt auf sie nur wie eine weitere, erschlagende Textwand, hastig und lieblos mit KI produziert.

Dinge auf den Punkt zu bringen, ist dagegen schwierig. Das kenne ich noch gut aus meiner Anfangszeit als Journalist für eine Tageszeitung: Eine Meldung zu formulieren kann mühsamer und schwieriger sein als einen großen Aufmacher zu schreiben.

Lang geht immer. Kurz aber ist mühselig.

Erschlage deine Leserschaft also nicht mit Text, nur weil das jetzt so einfach geht.

KI-Kreativität ist eine Illusion

Kreativität ist im Prinzip die Fähigkeit, etwas Neues zu erschaffen. Dafür gibt es verschiedene Ansätze. Oftmals wird das Neue dabei auf etwas basieren, das wir bereits haben oder kennen. Wir kombinieren es auf eine andere Weise, fügen etwas hinzu, nehmen etwas weg, setzen es überraschend ein, verknüpfen bislang separate Dinge usw.

Gibt es nun KI-Kreativität? Die Antwort darauf ist nicht ganz eindeutig. Denn eine KI kann sehr wohl altbekannte Dinge nehmen und sie auf eine neue Weise miteinander verknüpfen. Sie kann zudem eine Reihe von Beispielen nehmen und weitere solche Outputs produzieren.

Das ist, in gewisser Weise, kreativ.

Letztlich halte ich es aber für die beste Denkweise, diese Kreativität als sehr gelungene Illusion anzusehen. Denn in dem Moment bleiben wir wachsam und hinterfragen die KI-Antworten: Wie kreativ und neu sind sie wirklich?

Hinzu kommt, dass diese Tools alle dieselben Ergebnisse produzieren, wenn du sie auf dieselbe, uninspirierte und unkreative (!) Art und Weise nutzt. Siehe dazu das schon genannte Beispiel mit den hunderten von ähnlichen Buchcovern: Einzeln betrachtet sehen sie gut und interessant aus. Aber im Vergleich zeigt sich: Die Kreativität der KI ist oft auf dieselben Antworten begrenzt.

Du kannst dem auf zwei Weisen entgegenwirken:

  1. Du sorgst mit deinem Prompt dafür, dass die KI aus ihren Denkmustern ausbricht. Du provozierst Ideen außerhalb des sattsam Bekannten. Oder du hast idealerweise bereits eine eigene Vorstellung, einen eigenen Geschmack, einen eigenen Stil und lenkst die KI entsprechend. Dazu musst du natürlich wissen, was du tust. Das ist ein Punkt, der mir immer wieder begegnet und über den ich demnächst mehr schreiben werde. Willst du den Beitrag nicht verpassen, trage dich in den Verteiler des Smart Content Report ein.
  2. Du nutzt die KI generell nur als Anregung für deine kreativen Fähigkeiten. Stelle dann sicher, dass du dich nicht einschränken lässt, sondern den Output tatsächlich allein als Ausgangspunkt ansiehst. Du kannst den Spieß auch umdrehen: Alle Ideen, die die KI dir präsentiert, verwirfst du. Du nutzt die KI also, um alle naheliegenden, verbrauchten Ideen zu erkennen und in der Folge zu vermeiden.

KI geht nicht wieder weg

Auch wenn manche es sich vielleicht noch anders hoffen: KI-Tools sind Teil unserer Lebenswirklichkeit und werden es auch bleiben. Inwiefern sich die hochfliegenden Hoffnungen und Pläne der KI-Anbieter und ihrer Investoren erfüllen, steht auf einem anderen Blatt. Aber KI-Werkzeuge haben einen klaren Nutzen. Sie werden weiterhin laufend besser. Wir finden neue Weg sie einzusetzen (siehe Claude Cowork und KI-Agenten). Es liegt viel Potenzial brach, KI besser in unsere Workflows zu integrieren.

Ich habe die Hoffnung, dass wir mehr und mehr davon wegkommen, massenhaft KI-Inhalte zu erstellen, und diese neuen Werkzeuge und Assistenten stattdessen dafür nutzen, um besseren Content zu kreieren, der besser zu den Bedürfnissen unseres Publikums passt.

Am Ende müssen wir dabei immer zwei Dinge im Hinterkopf behalten. Zum einen nutzen alle unsere Wettbewerber dieselben KI-Tools. Wie oben dargestellt, kommen sie zu denselben Ergebnissen. Wir sollten es besser wissen und entsprechend handeln. Zum anderen nutzt auch unser Publikum ChatGPT & Co und bekommt dort bereits gut scheinende, individuelle Antworten. Kleistern wir nun einfach unsere Websites mit seelenlosem KI-Slop voll, haben wir absolut nichts gewonnen.

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