KI-Studie: Arbeitnehmer verbringen beinahe einen Tag pro Woche mit „Botsitting“

Wissensarbeiter verbringen im Durchschnitt 6,4 Stunden pro Woche damit, KI-Tools zu verwalten, statt von ihnen zu profitieren. Das zeigt eine Studie des Work AI Institute von Glean, die gemeinsam mit Forschern der Universitäten Notre Dame, Stanford und UC Berkeley durchgeführt wurde. Thibault Spirlet berichtet für Business Insider über die Ergebnisse, die auf einer Befragung von 6.000 Vollzeitbeschäftigten in den USA, Großbritannien und Australien basieren.

Die Autoren der Studie prägen dafür den Begriff „Botsitting“. Gemeint ist die oft unsichtbare Arbeit, die nötig ist, damit KI überhaupt funktioniert: Tools mit Kontext versorgen, Ergebnisse prüfen, Fehler beheben und Informationen zwischen schlecht vernetzten Systemen manuell übertragen.

Ein Produktivitätsparadox

Die Zahlen offenbaren einen deutlichen Widerspruch. 75 Prozent der Befragten geben an, dass KI sie produktiver macht. Gleichzeitig sagen nur 13 Prozent, dass ihr Unternehmen dadurch spürbar besser dasteht. Ein großer Teil der erhofften Produktivitätsgewinne wird offenbar durch Botsitting aufgezehrt.

Rebecca Hinds, Leiterin des Work AI Institute bei Glean und Mitautorin des Berichts, beschreibt Botsitting als „oft mühsame“ und „erschöpfende“ Arbeit, die „weder belohnt noch anerkannt, gemessen oder im Unternehmen incentiviert wird.“

Die Belastung wirkt sich auch auf die Mitarbeiterbindung aus. Wer einen besonders hohen Anteil seiner KI-Zeit mit Botsitting verbringt, sucht mit 73 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit aktiv nach einem neuen Job. Hinzu kommt: Manche Beschäftigten sollen ausgerechnet jene Aufgaben automatisieren, die ihnen am meisten bedeuten, etwa persönliche Kundenbeziehungen. Stattdessen sollen sie KI-Agenten beaufsichtigen. Hinds nennt das „sehr gefährlich.“

Was erfolgreiche Unternehmen anders machen

Die Studie empfiehlt nicht, einfach mehr KI einzusetzen. Stattdessen legen führende Unternehmen gezielt Wert auf die Arbeit rund um KI:

  • Mitarbeitenden den richtigen Kontext zur Verfügung stellen
  • Schulungen zum effektiven Umgang mit KI-Tools anbieten
  • Klare Standards für KI-gestützte Arbeit festlegen
  • Entscheiden, welche Aufgaben nicht an KI übergeben werden sollten

Wer diese Schritte unterlässt, riskiert laut den Autoren dauerhaft hohe Botsitting-Kosten und verliert schrittweise jene Mitarbeitenden, die das Aufräumen nach den Bots irgendwann nicht mehr hinnehmen wollen.

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