Auf KI spezialisierte Filmfirmen eröffnen Studios in Hollywood. Sie wollen mit generativer KI günstiger produzieren und damit unabhängiger von großen Studios, ihren riesigen Hallen und klassischer Filmfinanzierung werden. Firmen wie Promise und Obsidian verbinden dabei reale Darsteller mit KI-generierten Kulissen, Effekten und Figuren.
Robert Booth berichtet für The Guardian, dass Promise in unmittelbarer Nähe der Sony Pictures Studios in Culver City gestartet ist. Das Unternehmen nutzt Modelle aus den USA und aus China. Dazu gehört Seedance 2.5, das Hintergründe während der Dreharbeiten in Echtzeit erzeugen kann.
Für den Horrorfilm Touch Grass spielt Schauspielerin Tori Thomas vor einem einfachen Aufbau mit weißen Tüchern. Die Software setzt ihre Bewegungen anschließend in eine künstlich erzeugte Wiese oder Höhle ein. Regie und Darstellerin sehen das Ergebnis sofort auf einem Monitor. Promise schätzt, dass solche Mischformen aus realen Aufnahmen und KI 20 bis 50 Prozent weniger kosten könnten als herkömmliche Produktionen.
Chance für kleinere Produktionen
Auch Obsidian, ein KI-Studio von Ron Howards Firma Imagine Entertainment, rechnet mit Einsparungen von 30 bis 40 Prozent. Das Studio arbeitet an The Code, einem Animationsfilm, der auf Zeichnungen von US-Kriegsgefangenen in Vietnam beruht. Netflix hat laut dem Bericht erklärt, 2026 bei 300 von 1.000 Titeln KI eingesetzt zu haben.
Befürworter sehen darin eine Chance für mittlere Budgets und kleinere Kreativteams. Kavan Cardoza, Gründer von Phantom X, sagt, KI könne Filmschaffenden helfen, starre Vorgaben großer Studios zu umgehen und eigene Handschriften zu entwickeln.
Gleichzeitig wachsen Sorgen um Arbeitsplätze von Schauspielern, Autoren und anderen Filmberufen. Christopher Nolan und Guillermo del Toro kritisieren generative KI öffentlich. Auch KI-Nachbildungen verstorbener Darsteller und künstliche Schauspieler stoßen auf Widerstand. Produzentin und KI-Beraterin Joanna Popper sieht zwar mehr Zugang zur Filmproduktion, warnt aber davor, dass wenige Technologiekonzerne den größten Teil der wirtschaftlichen Gewinne abschöpfen könnten.
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