Diese eine Frage schützt dich vor zu viel KI im Arbeitsalltag

Wer KI einsetzen will, sollte zuerst entscheiden, ob nur das Ergebnis zählt oder ob der Weg zum Ergebnis auch Fähigkeiten aufbaut. Bruce Schneier schreibt bei Schneier on Security, dass diese Unterscheidung eine einfache Orientierung für den Einsatz von KI liefern kann.

Schneier trennt zwischen „Arbeit“ und „Training“. Zur „Arbeit“ zählen Aufgaben, die zuverlässig erledigt werden müssen. Dazu gehören etwa Bedienungsanleitungen, standardisierte Präsentationen, Pflichtangaben oder andere sachliche Texte. Kann ein KI-System diese Aufgaben korrekt, sicher und überprüfbar erledigen, spricht aus seiner Sicht wenig gegen den Einsatz.

Beim „Training“ ist hingegen der Weg zum Ziel der entscheidende Faktor. Schneier nennt akademische Schreibaufgaben als Beispiel. Wer Argumente ordnet, Entwürfe schreibt, Einwände prüft und Texte überarbeitet, trainiert das eigene Denken. Ein Chatbot kann zwar einen glatten Text liefern. Er nimmt den Lernenden aber gerade jene Anstrengung ab, durch die Urteilsfähigkeit und Ausdrucksfähigkeit wachsen.

Nicht jede Aufgabe ist zur Auslagerung geeignet

Das Prinzip gilt nach Schneiers Einschätzung auch für kreative Berufe. Viele Aufträge verlangen vielleicht nur ein brauchbares Bild oder einen funktionalen Text. Solche Tätigkeiten lassen sich eher automatisieren. Bei Romanen, Gedichten oder anderen künstlerischen Arbeiten hat dagegen auch der menschliche Entstehungsprozess seinen eigenen Wert.

Vor jeder Entscheidung steht zudem eine technische Prüfung. KI sollte nur Aufgaben übernehmen, wenn ihre Ergebnisse ausreichend verlässlich sind, Fehler erkannt und korrigiert werden können und das System gegen Manipulation geschützt ist.

Schneier sieht letztlich auch sozialen Druck als Problem. Wer auf KI verzichtet, fürchtet oft Nachteile gegenüber anderen. Trotzdem plädiert er dafür, bestimmte Denkaufgaben bewusst selbst zu erledigen. Sein Maßstab lautet: KI kann Ergebnisarbeit beschleunigen. Aufgaben, die Urteilskraft, Wissen und handwerkliches Können stärken, sollten Menschen hingegen nicht leichtfertig abgeben.

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