„Projekt Sand“: Cursor arbeitet an Cowork-Konkurrenten

Cursor, dessen Programmier-Tool in weiten Teilen der Fortune-500-Unternehmen genutzt wird, arbeitet offenbar an einem KI-Agenten für all jene Nutzer:innen, die nicht programmieren. Eloise Jones berichtet für TechTimes, dass das Projekt mit dem internen Codenamen Sand seit Ende Juni bei Cursor-Mitarbeitenden getestet wird. Es läuft auf Rechenleistung, die von SpaceXAI gemietet wurde. Sand soll E-Mails beantworten, Tabellen ordnen und weitere Büroaufgaben übernehmen, die weit über klassische Softwareentwicklung hinausgehen.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. SpaceX hat im Juni vereinbart, Cursors Mutterfirma Anysphere für 60 Milliarden Dollar zu übernehmen. Der Abschluss wird für das dritte Quartal 2026 erwartet. Ob Sand jemals öffentlich erscheint, entscheidet möglicherweise nicht mehr Cursor allein.

Ein enges Rennen um die Büroarbeit

Sand tritt in einen Markt ein, der sich rasant füllt. Anthropic hat Claude Cowork am 7. Juli auf Mobilgeräte und Web ausgeweitet. OpenAI folgte zwei Tage später mit ChatGPT Work, angetrieben vom Modell GPT-5.6. Cursors möglicher Vorteil liegt in seinen Model-Context-Protocol-Integrationen mit Werkzeugen wie Vercel, GitHub und Cloudflare. Diese könnten es Nutzern erlauben, Inhalte direkt zu veröffentlichen, ohne die Anwendung zu wechseln.

Die größere Frage betrifft jedoch nicht Funktionen, sondern KI-Modelle. SpaceX besitzt auch xAI, den Hersteller von Grok, der 2025 einen Verlust von 6,35 Milliarden Dollar verzeichnete. Von der Publikation zitierte Analysten warnen, dass Cursors bisherige Modellneutralität, die Nutzern die Wahl zwischen Claude, GPT oder Grok ließ, nach der Übernahme schwinden könnte. Laut Bericht fließen Daten aus Cursor bereits jetzt in das Training von Grok, obwohl der Deal noch nicht abgeschlossen ist.

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