Das Startup Poke ermöglicht Nutzern per Textnachricht mit einem KI-Agenten zu interagieren und hat nun als erster unabhängiger Drittanbieter eine Zulassung für Apples Messages-for-Business-Plattform erhalten. Sarah Perez berichtet für TechCrunch, dass die Plattform bislang ausschließlich Unternehmen vorbehalten war, die über iMessage mit ihren eigenen Kunden kommunizieren.
Poke startete im März und richtet sich an Alltagsnutzer ohne technische Vorkenntnisse. Der Dienst unterstützt Aufgaben wie Kalenderverwaltung, Gesundheitstracking, Smart-Home-Steuerung und Fotobearbeitung, alles über einfache Textnachrichten. Bisher war der Dienst über SMS, Telegram und in einigen Märkten über WhatsApp verfügbar. Nun kommt also iMessage hinzu.
Neue Kosten für KI-Startups
Mitgründer Marvin von Hagen bestätigt, dass sein Unternehmen an Apple eine nutzerbezogene Gebühr zahlt. Er beschreibt den Betrag als deutlich niedriger als die Gebühren, die Meta nach EU-regulatorischen Änderungen für den Zugang zu WhatsApp erhebt. Das Modell könnte Apple eine neue Einnahmequelle erschließen und gleichzeitig die Vertriebskosten für KI-Startups erhöhen.
Die Zulassung war kein einfacher Prozess. Poke musste nachweisen, dass bei Bedarf menschlicher Support bereitsteht, den KI-Agenten klar als solchen kennzeichnen und die Benutzeroberfläche an Apples Designvorgaben anpassen. Dazu gehören Link-Vorschauen statt direkter Links sowie Apples eigene Stile für Schaltflächen und Interface-Elemente. Von Hagen gibt an, dass dieser Prozess mehrere Monate gedauert hat.
Die Ankündigung erfolgt wenige Tage vor Apples Worldwide Developers Conference, auf der das Unternehmen eine KI-optimierte Version von Siri sowie neue Entwicklerwerkzeuge vorstellen will. Ob Apple dort auch Neuigkeiten zur Messages-for-Business-Plattform bekannt geben wird, ist laut TechCrunch unklar.
Hinter Poke stehen die Investoren Spark Capital und General Catalyst. Das zehnköpfige Team hat zuletzt weitere zehn Millionen US-Dollar eingesammelt, nach einer vorherigen Finanzierungsrunde über 15 Millionen US-Dollar. Die Bewertung liegt nun bei 300 Millionen US-Dollar.
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