Journalisten, die mit KI-Tools arbeiten, laufen Gefahr, bestimmte Grundfertigkeiten zu verlieren. Gleichzeitig entwickeln sie neue Fähigkeiten. Das zeigt eine neue Studie in Journalism Practice. Andrew Deck berichtet für das Nieman Journalism Lab, dass die Forscherin Shangyuan Wu von der National University of Singapore dafür 14 Journalisten in Singapur befragt hat.
Die Studie knüpft an eine Untersuchung des MIT Media Lab aus dem Vorjahr an. Diese hatte den Begriff der „kognitiven Verschuldung“ geprägt. Damals zeigte sich: Wer Schreibaufgaben an ChatGPT auslagert, verliert eigene Schreibfähigkeiten. Die Gehirnaktivität der Nutzer sank messbar.
Recherchefähigkeiten in Gefahr
Die befragten Journalisten befürchten, dass generative KI-Tools ihre Recherchefähigkeiten schwächen könnten. Die Programme erstellen schnell Hintergrundberichte und durchsuchen das Internet. Das könnte dazu führen, dass Journalisten seltener Primärquellen prüfen oder Experten befragen, so die Studie. Eine befragte Person sprach von einer „Verdummung des Berufsstands“.
Andere Teilnehmer widersprachen. Sie verglichen KI mit früheren Technologien wie Transkriptionssoftware oder Suchmaschinen. Für sie ist KI vor allem ein Werkzeug, das Rechercheprozesse „vereinfacht“, nicht ersetzt.
Neue Fähigkeiten gefragt
Die Studie zeigt auch Bereiche, in denen Journalisten dazulernen könnten. Da KI-Tools mitunter falsche oder unvollständige Informationen liefern, brauchen Journalisten ein geschärftes Urteilsvermögen. Sie müssen Fakten von Fiktion und Voreingenommenheit von Neutralität unterscheiden können. Auch Fact-Checking und redaktionelle Überarbeitung gewinnen an Bedeutung, wenn Journalisten vermehrt KI-generierte Texte prüfen.
Storytelling und besondere Ideen bleiben laut Studie eine menschliche Domäne. Eine befragte Person bringt es auf den Punkt: „KI kann liefern, was bereits existiert. Aber Innovation und Kreativität kann sie nicht bieten.“
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