Beschäftigte zwischen 22 und 25 Jahren haben in besonders stark von KI betroffenen Berufen deutlich schlechtere Beschäftigungschancen. Ältere Arbeitnehmer sind bislang weit weniger betroffen. Das zeigt eine aktualisierte Untersuchung von Ökonomen der Stanford University.
Kyle Orland berichtet für Ars Technica über die neuen Zahlen. Demnach liegt die Beschäftigung junger Menschen in Berufen mit hoher KI-Nutzung inzwischen 19 Prozent unter jener vergleichbarer Beschäftigter in weniger betroffenen Tätigkeiten. In der vorherigen Fassung der Studie betrug der Abstand 13 Prozent.
Für die Untersuchung Canaries in the Coal Mine? Six Facts about the Recent Employment Effects of Artificial Intelligence wertet das Team anonymisierte Lohndaten des Personaldienstleisters ADP aus. Die Forscher verbinden sie mit Kennzahlen zur möglichen Auswirkung von KI auf einzelne Berufe und mit dem Anthropic Economic Index. Dieser erfasst, wie Claude in unterschiedlichen Tätigkeiten eingesetzt wird.
Über alle Altersgruppen hinweg zeigt die Studie kaum Unterschiede zwischen stark und weniger stark betroffenen Berufen. Bei den 22 bis 25 Jahre alten Beschäftigten ist das Bild anders. Seit 2022 sank ihre Beschäftigung in den am stärksten von KI geprägten 40 Prozent der Berufe um rund 11 Prozent. In den 60 Prozent der Berufe mit dem geringsten KI-Einfluss stieg sie dagegen um 10 Prozent.
Weniger Einstellungen statt mehr Kündigungen
Die Entwicklung geht vor allem auf niedrigere Einstellungszahlen für Berufseinsteiger zurück. Die Daten deuten nicht darauf hin, dass Kündigungen oder freiwillige Abgänge die wichtigste Ursache sind. Auch die Löhne zeigen nach Angaben der Forscher geringere Veränderungen als die Zahl der Arbeitsplätze.
Entscheidend ist offenbar die Art des KI-Einsatzes. Besonders betroffen sind Tätigkeiten, bei denen KI menschliche Arbeit unmittelbar ersetzt. Dort sinkt die Beschäftigung junger Menschen am deutlichsten. Wo KI Beschäftigte vor allem unterstützt, bleibt die Entwicklung uneinheitlich.
Ein weiteres Risiko sehen die Autoren bei Berufen, die auf klar dokumentiertem und standardisiertem Wissen beruhen. Erfahrung, Übung und Betreuung durch Kollegen gewinnen dagegen für etablierte Beschäftigte an Bedeutung. Ein Hochschulabschluss kann die Unterschiede laut Studie abschwächen, bietet aber keinen vollständigen Schutz. Studienleiter Erik Brynjolfsson warnt vor einem Arbeitsmarkt, der bestehende Stellen erhält, aber den Einstieg für neue Generationen erschwert.
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