Microsoft Scout: KI-Agent soll Mails und Kalender im Büro übernehmen

Microsoft hat auf seiner Entwicklerkonferenz Build einen KI-Agenten namens Scout vorgestellt. Scout soll E-Mails lesen, Kalender verwalten und Nachrichten in Microsoft Teams beantworten, und das rund um die Uhr. Reece Rogers berichtet für WIRED über die Ankündigung.

Die Grundlage von Scout ist OpenClaw, ein KI-Tool, das Anfang 2026 in der Techszene für Aufsehen sorgte. Scout ist direkt in Microsoft Teams eingebunden. Nutzer können dem Agenten dort Anweisungen geben, wie sie es mit einem menschlichen Kollegen tun würden.

Omar Shahine, Vice President bei Microsoft Scout, beschreibt das Konzept so: „Your company essentially hires your assistant. The whole point of having a personal assistant is that they’re working when you’re not working.“

Was Scout leisten soll

  • Terminkonflikte im Kalender erkennen und Alternativen vorschlagen
  • Versprechen und Zusagen in E-Mails und Nachrichten verfolgen
  • Erinnerungen zu offenen Aufgaben versenden und Folgepläne erstellen
  • Gesprächspunkte auf Basis aktueller Kommunikation zusammenstellen

Microsoft startet zunächst mit einer begrenzten Anzahl an Testkunden. Eine Desktop-App ist ab sofort für Nutzer mit sogenanntem „Frontier“-Zugang verfügbar. Voraussetzung ist ein aktives GitHub-Copilot-Abonnement.

Shahine räumt ein, dass Scout noch nicht fehlerfrei arbeitet. Sein eigener Agent verschickte einmal eine E-Mail als einen einzigen langen Satz ohne Formatierung. Nutzer sollten daher sorgfältig abwägen, welche Aufgaben sie dem Agenten überlassen und welche sie selbst kontrollieren möchten.

Scout bringt auch Sicherheitsrisiken mit sich. KI-Agenten dieser Art sind anfällig für sogenannte Prompt-Injection-Angriffe. Dabei versuchen Angreifer, den Bot durch manipulierte Eingaben dazu zu bringen, sensible Daten preiszugeben oder unerwünschte Aktionen auszuführen. Microsoft begegnet diesem Risiko mit dem schrittweisen Rollout und mit Verwaltungstools, die Administratoren alle Aktivitäten des Agenten nachverfolgen lassen.

Microsoft hat in diesem Bereich Konkurrenz. Google kündigte auf seiner eigenen Entwicklerkonferenz einen ähnlichen Agenten namens Gemini Spark an. Auch dieser richtet sich an Unternehmenskunden und soll noch in diesem Jahr verfügbar sein.

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