Die Romanautorin Coral Hart produziert über 200 Bücher jährlich mithilfe künstlicher Intelligenz. Sie verdient damit einen sechsstelligen Betrag auf Amazon. Was früher Monate dauerte, schafft sie heute in 45 Minuten.
Alexandra Alter berichtet für The New York Times, dass die Liebesromanbranche KI-Schreibwerkzeuge schnell angenommen hat. Hart lebt in Kapstadt und wurde von Harlequin und Mills & Boon verlegt. Über ihr Coaching-Unternehmen Plot Prose hat sie nach eigenen Angaben mehr als 1.600 Personen trainiert.
KI-generierte Liebesromane haben jedoch deutliche Schwächen. Die meisten Chatbots lehnen explizite Inhalte aufgrund ihrer Richtlinien ab. Hart fand etwa heraus, dass Claude elegante Texte liefert, aber bei romantischem Geplänkel versagt. Andere Programme wie Grok und NovelAI schreiben explizite Szenen, denen aber emotionale Tiefe fehlt. „Man bekommt hämmernde Herzen und dummes Zeug“, erklärt Hart. „Am Ende jeder Sexszene sind alle im Bettlaken verwickelt.“
Die Technologie spaltet die Romance-Community. Autorin Rebecca Crunden nennt KI-Nutzer „opportunistische Dilettanten mit einer Diebstahlmaschine.“ Viele Leser teilen diese Haltung. Autorin Sonia Rompoti sagt, KI „versteht die menschliche Erfahrung nicht“ und beschreibe körperliche Vorgänge ohne echte Emotionen.
Amazon verlangt von Self-Publishing-Autoren interne Offenlegung der KI-Nutzung, aber keine öffentlichen Hinweise. Branchenexperten prognostizieren, dass KI-generierte Inhalte zunehmend unerkennbar werden.
