Kein Geld für KI: Tidal stoppt Vergütung für vollständig KI-generierte Musik

Der Streamingdienst Tidal führt eine neue KI-Richtlinie ein. Vollständig KI-generierte Musik erhält künftig keine Tantiemen mehr und wird in der App mit einem deutlich sichtbaren Label gekennzeichnet. Tony Gervino schreibt für das Tidal Magazine, der Anlass sei eine Flut von KI-erzeugter Musik, die bestehende Künstlerinnen und Künstler imitiert und dabei rein auf finanziellen Gewinn abzielt.

Die Demonetisierungsregel gilt seit dem 29. Juni. Ab dem 15. Juli erscheint außerdem ein „AI“-Badge in der App, und betrügerische Tracks werden automatisch entfernt.

Die wichtigsten Punkte der Richtlinie

  • Keine Tantiemen: Musik, die Tidal als zu 100 Prozent KI-generiert einstuft, wird nicht vergütet. Das gilt auch für Uploads über das eigene Tool TIDAL Upload, wo solche Tracks vom direkten Verkauf an Fans ausgeschlossen werden.
  • KI-Kennzeichnung: Hörerinnen und Hörer sehen ein „AI“-Label neben vollständig KI-generierten Tracks. Tidal will die Kennzeichnung künftig auf „wesentlich“ KI-generierte Inhalte ausweiten, sobald die Erkennungsmethoden besser werden.
  • Betrug und Imitation: Tracks, die Künstlerinnen oder Künstler imitieren oder betrügerische Aktivitäten ermöglichen, werden automatisch und fortlaufend entfernt.

Ein generelles Verbot von KI-Musik ist die Richtlinie nicht. Tidal akzeptiert KI-generierte Inhalte, sofern sie den eigenen Standards und den Vereinbarungen mit Rechteinhabern und Distributoren entsprechen. Außerdem erwartet das Unternehmen, dass Distributoren KI-generierte Inhalte bereits vor der Einlieferung auf der Plattform kennzeichnen. Diese Anforderung soll künftig durchgesetzt werden.

Wie Murray Stassen für Music Business Worldwide berichtet, ist Tidal nicht der einzige Anbieter, der handelt. Deezer, das nach eigenen Angaben als erster Streamingdienst KI-Musik auf Plattformebene erkennt und kennzeichnet, meldete im April knapp 75.000 vollständig KI-generierte Tracks pro Tag. Qobuz kündigte im Februar ein eigenes Erkennungssystem an. Apple Music startete im März ein Kennzeichnungssystem, das auf freiwilligen Angaben von Labels und Distributoren basiert. Spotify testet seit April KI-Tags, allerdings nur dort, wo Künstlerinnen und Künstler die KI-Nutzung über ihren Distributor offenlegen.

Tidal bezeichnet die Richtlinie als lebendes Dokument, das mit der technologischen Entwicklung aktualisiert wird.

Quellen

Bleib auf dem Laufenden

KI für Contentprofis: die neuesten Tools, Tipps und Trends. Alle 14 Tage in deine Inbox:

 

Weitere Infos …

Über den Autor

Mehr zum Thema:

Neu vom Autor dieser Website: ChatGPT-Kompass für Marketing Content Creation

Der aktuelle und umfassende Überblick für Marketing-Profis (3. Ausgabe, Januar 2026)

Der KI-Umbruch im Marketing ist in vollem Gange und ChatGPT steht als Plattform Nr. 1 im Zentrum. Aber wie behältst du den Überblick bei all den neuen Funktionen und Möglichkeiten? Wie setzt du ChatGPT wirklich gewinnbringend für deine Arbeit ein?

Der „ChatGPT-Kompass“ liefert dir einen fundierten, aktuellen und umfassenden Überblick über ChatGPT und seine Anwendungsmöglichkeiten im Marketing.

Mehr Informationen

×