Google präsentiert Gemini-Agenten für lang laufende Unternehmensaufgaben

Google Cloud stellt einen universellen Gemini-Agenten vor, der Unternehmensaufgaben über mehrere Anwendungen hinweg bearbeiten und über Stunden oder Tage fortführen soll. Carl Franzen berichtet für VentureBeat, dass das System unter anderem mit Google Workspace, Microsoft 365 und Slack arbeiten soll.

Google will Beschäftigten damit einen zentralen KI-Agenten für umfangreichere Aufträge bieten. Nutzer könnten ihn etwa bitten, Markttrends zu recherchieren, Daten aus dem Unternehmen für ein Finanzmodell auszuwerten und anschließend eine Präsentation zu erstellen. Der Agent soll die nötigen Arbeitsschritte und angebundenen Systeme selbst bestimmen.

Eine weitere geplante Betriebsart ist der dauerhafte digitale Kollege. In diesem Fall kann ein Agent ein eigenes Workspace-Konto, eine E-Mail-Adresse, einen Kalender, Drive-Speicher und einen Eintrag im Unternehmensverzeichnis erhalten. Teams könnten einem Eventplanungs-Agenten dann Aufgaben zuweisen wie einem menschlichen Kollegen.

Zugriffe, Kontrolle und Modellwahl

Google zufolge erhält jeder Agent eine kryptografisch bestätigte Identität. Berechtigungen sollen über die Sicherheitsverwaltung des Unternehmens gesteuert werden. Protokolle erfassen die Aktivitäten des Agenten. Digitale Kollegen sollen nur auf Daten zugreifen können, die Teammitglieder ausdrücklich mit ihnen teilen.

Die Plattform unterstützt sowohl Googles Gemini-Modelle als auch Claude-Modelle von Anthropic. Weitere proprietäre und offene Modelle sollen folgen. Eine Funktion namens Smart Routing soll für einzelne Aufgaben ein passendes Modell nach Leistung und Kosten auswählen. Ausgabenlimits auf Projektebene können die Arbeit eines Agenten bei erreichtem Budget anhalten.

Zu den angekündigten Anbindungen zählen Salesforce, ServiceNow, Jira, Git, BigQuery, Snowflake, Databricks und Microsoft Teams. Für komplexe Aufträge kann Gemini laut Google zudem zeitlich begrenzte Gruppen spezialisierter Unteragenten zusammenstellen.

Offen bleiben wichtige Fragen für Unternehmen. Google nennt weder einen allgemeinen Starttermin noch vollständige Lizenzdetails oder einen eigenständigen Preis für den universellen Agenten. Unabhängige Vergleichstests zur Zuverlässigkeit bei langen Aufgaben über mehrere Anwendungen hinweg liegen ebenfalls nicht vor.

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