Anthropic hat das Eigentum am Model Context Protocol an die neu gegründete Agentic AI Foundation übertragen. Die Foundation ist ein gerichteter Fonds unter dem Dach der Linux Foundation. Anthropic, Block und OpenAI haben die Foundation gemeinsam gegründet. Zusätzliche Unterstützung kommt von Google, Microsoft, AWS, Cloudflare und Bloomberg.
Das Model Context Protocol dient als universeller Standard für die Verbindung von KI-Anwendungen mit externen Systemen. Anthropic hat das Protokoll vor einem Jahr als offenen Standard eingeführt. Seitdem hat das Protokoll erhebliche Verbreitung in der Branche gefunden. Mehr als 10.000 aktive öffentliche Server sind inzwischen im Einsatz.
Große KI-Produkte haben das Protokoll in ihre Plattformen integriert. ChatGPT, Cursor, Gemini, Microsoft Copilot und Visual Studio Code unterstützen jetzt den Standard. Anbieter von Enterprise-Infrastruktur wie AWS, Cloudflare, Google Cloud und Microsoft Azure bieten Deployment-Support für das Protokoll an.
Die Software Development Kits des Protokolls verzeichnen 97 Millionen monatliche Downloads über Python und TypeScript. Ein Community-gesteuertes Registry existiert jetzt für die Suche nach verfügbaren Servern. Die Spezifikation vom 25. November hat Features wie asynchrone Operationen, Statelessness und Server Identity hinzugefügt.
Die Übertragung durch Anthropic beinhaltet die Übergabe der Governance an die Linux Foundation. Das bestehende Governance-Modell bleibt dabei erhalten. Die Projekt-Maintainer werden ihren aktuellen Ansatz für Community-Input und Entscheidungsfindung fortsetzen. Claude verfügt jetzt über ein Verzeichnis mit über 75 Konnektoren, die vom Protokoll betrieben werden.
Die Agentic AI Foundation vereint drei Gründungsprojekte. Neben dem Model Context Protocol von Anthropic steuert Block Goose bei, ein Framework für den Bau von Agenten. OpenAI überträgt Agents.md, das Programmen und Websites ermöglicht, Regeln für Coding-Agenten festzulegen. Alle drei Technologien waren zuvor als frei nutzbare Tools verfügbar.
Nick Cooper leitet die Arbeit am Protokoll bei OpenAI. Er erklärt, dass die Etablierung als offener Standard eine breitere Akzeptanz fördern sollte. Laut Cooper bedeutet die offene Interoperabilität, dass Unternehmen über Provider und Agenten-Systeme hinweg kommunizieren können.
Die Linux Foundation bietet neutrale Verwaltung für Open-Source-Projekte und hat kritische Projekte wie den Linux Kernel, Kubernetes, Node.js und PyTorch betreut. Die Foundation stellt rechtliche und technologische Unterstützung für Open-Source-Entwicklung bereit.
Manik Surtani ist Head of Open Source bei Block. Er erklärt, dass die Übertragung von Goose an die Foundation es Entwicklern erleichtert, zur Code-Base beizutragen und darauf aufzubauen. Srinivas Narayanan ist Chief Technology Officer of B2B Applications bei OpenAI. Er betont, dass Open Source eine wichtige Rolle dabei spielen wird, wie KI geformt und adoptiert wird.
Die Foundation will sicherstellen, dass sich Agentic AI transparent und kollaborativ entwickelt. Dies soll durch strategische Investitionen, Community-Building und gemeinsame Entwicklung offener Standards geschehen. Die drei Gründungsunternehmen glauben, dass offene Standards Barrieren für den Einsatz von Agentic AI in der Wirtschaft beseitigen werden.
