Bericht: Elon Musk übernimmt mobilen Turbinenanbieter, während xAI unter Druck gerät

Elon Musk hat laut einem Bericht APR Energy übernommen. Das Unternehmen liefert mobile Anlagen zur Stromerzeugung mit Erdgas und Diesel. Die Übernahme fällt in eine Phase, in der Musks KI-Unternehmen xAI rasch zusätzliche Energie für seine Rechenzentren benötigt.

Fred Lambert berichtet bei Electrek, dass der Vorgang durch eine Freigabe der US-Wettbewerbsbehörde FTC bekannt wurde. Eine offizielle Mitteilung zur Transaktion gab es demnach nicht. Angaben zu einem Minderheitsanteil legen nahe, dass APR Energy mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet wurde.

APR Energy betreibt einen Bestand mobiler Stromerzeuger mit einer Leistung von mehr als einem Gigawatt. Dazu gehören Gasturbinen auf Anhängern sowie Motoren für Erdgas und Diesel. Solche Anlagen lassen sich innerhalb weniger Tage aufstellen und sehr schnell hochfahren. Das ist deutlich schneller als der Bau eines festen Kraftwerks oder ein neuer Anschluss an das Stromnetz.

Der Kaufbericht erscheint vor dem Hintergrund eines Rechtsstreits um Turbinen für xAIs Rechenzentrumsprojekt Colossus 2 im Raum Memphis. Dort werden Systeme für den Chatbot Grok und weitere KI-Anwendungen trainiert und betrieben.

Fast 60 Turbinen ohne Genehmigung

Disha Raychaudhuri und Valerie Volcovici berichten für Reuters, dass xAI für Colossus 2 insgesamt 59 Erdgasturbinen ohne bundesrechtliche Luftreinhaltegenehmigung installiert hat. Das geht laut Reuters aus dem Schriftverkehr zwischen Unternehmensvertretern und Behörden hervor. Mindestens 57 Anlagen stehen in Southaven im Bundesstaat Mississippi, nahe der Grenze zu Tennessee und dem Rechenzentrum in Memphis.

xAI hatte zuvor erklärt, für Colossus 2 seien 27 nicht genehmigte Turbinen in Betrieb. Das Unternehmen vertritt die Auffassung, dass dafür keine Genehmigungen erforderlich seien. Die Umweltbehörde von Mississippi und xAI argumentieren, die Anlagen seien mobil oder nur vorübergehend am Standort und daher ausgenommen.

Die US-Umweltbehörde EPA hatte hingegen erklärt, dass auch zeitlich begrenzt eingesetzte Turbinen bei Überschreiten bestimmter Emissionsgrenzen genehmigt werden müssen. Zugleich prüft die Behörde laut Reuters mögliche Sonderregelungen für mobile Anlagen.

Reuters berechnete die möglichen Emissionen von 30 Turbinen am Standort Southaven anhand von Herstellerdaten. Bei einer Auslastung von 80 Prozent könnten diese Anlagen jährlich fast 2.500 Short Tons Stickoxide, 4.000 Short Tons Kohlenmonoxid und 22 Short Tons Formaldehyd ausstoßen.

Stickoxide fördern die Smogbildung und können Atemwegserkrankungen verschlimmern. Formaldehyd gilt als krebserregend. Die rechnerischen Werte liegen deutlich über der Schwelle, ab der für große Emissionsquellen normalerweise eine Genehmigung nach dem Clean Air Act notwendig ist.

Klage gegen den Betrieb eingereicht

Die NAACP, das Southern Environmental Law Center und Earthjustice haben Klage gegen den Betrieb eingereicht. Sie argumentieren, dass die Turbinen unter den Clean Air Act fallen und die Luftqualität in bereits belasteten Wohngebieten weiter verschlechtern.

Nach einer Reuters-Auswertung leben im Umfeld der Anlagen überdurchschnittlich viele Schwarze Menschen. Auf der Seite von Tennessee sind innerhalb eines Radius von fünf Meilen rund 94 Prozent der Bewohner schwarz. Im umgebenden Shelby County liegt der Anteil bei 52 Prozent. Im DeSoto County in Mississippi sind es innerhalb dieses Radius 46 Prozent, gegenüber 33 Prozent im gesamten County.

Das US-Justizministerium hat sich ebenfalls in den Rechtsstreit eingeschaltet. Es argumentiert in einem Schriftsatz, Einschränkungen des Turbinenbetriebs könnten Sicherheitsinteressen der USA berühren, weil xAI-Systeme auch militärische Einsätze unterstützten.

Mit APR Energy könnte Musk direkten Zugriff auf einen großen Bestand mobiler Stromerzeuger erhalten. Der Fall zeigt zugleich den wachsenden Konflikt um den Energiebedarf der KI-Branche: Rechenzentren brauchen schnell neue Kapazitäten, doch Anwohner und Umweltorganisationen fordern dieselben Prüfungen und Schutzstandards wie bei anderen großen Energieprojekten.

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