Innerhalb weniger Tage haben drei große KI-Anbieter neue Modelle vorgestellt. Alle betonen dasselbe Verkaufsargument: niedrigere Kosten pro Aufgabe. Lorelei Smillie und Rachel Metz berichten für Bloomberg, dass GPT-5.6 von OpenAI, Grok 4.5 von SpaceXAI und Muse Spark 1.1 von Meta alle mit weniger Tokens mehr leisten sollen. Tokens sind die Recheneinheiten, die KI-Modelle verarbeiten.
Der Wandel kommt nicht von ungefähr. Unternehmen setzen ihre KI-Ausgaben zunehmend unter die Lupe. Anfang des Jahres ermunterten viele Firmen ihre Mitarbeiter noch zu intensiver KI-Nutzung. Dieser Trend trug den Namen „Tokenmaxxing“. Inzwischen sorgen hohe Rechnungen für Ernüchterung. Ein Grund dafür: Anbieter wie Anthropic sind auf nutzungsbasierte Preismodelle umgestiegen. Gautier Cloix, Chef des Pariser Start-ups H Company, berichtet von Rechnungen über mehrere Millionen Dollar pro Monat.
Effizienz wird zum neuen Wettbewerbsfeld
Meta-Chef Mark Zuckerberg kündigt an, bei den Preisen „aggressiv“ vorzugehen. Sein Unternehmen könne sich das dank seines Werbegeschäfts leisten. Auch OpenAI-Chef Sam Altman betont im Gespräch mit CNBC, dass Unternehmen heute genau abwägen, welchen Gegenwert sie für ihre KI-Ausgaben erhalten. Das klingt anders als noch vor einem Jahr, als OpenAI über monatliche Abos für mehrere tausend Dollar nachdachte.
Neben neuen Modellen bietet OpenAI mittlerweile auch Analyse-Tools und Budgetkontrollen an, damit Firmen ihre Ausgaben besser im Blick behalten. Zugleich wächst die Konkurrenz durch günstigere Alternativen. Chinesische Anbieter wie DeepSeek bringen preiswerte offene Modelle auf den Markt. Auch sogenannte Routing-Dienste wie OpenRouter, die im Mai über 100 Millionen Dollar an Finanzierung einsammelten, erlauben es Nutzern, für jede Aufgabe das günstigste Modell auszuwählen.
Beobachter sehen in der neuen Preisstrategie auch einen Versuch, Anthropic unter Druck zu setzen. Die Modelle Opus und Fable des Unternehmens zählen laut Daten von Artificial Analysis zu den teuersten am Markt. Elon Musk nahm Anthropic in einem Beitrag zu Grok 4.5 direkt ins Visier: Das Modell sei „auf Opus-Niveau, aber schneller, token-effizienter und günstiger“.
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