„Project Moonraker“: Amazons ambitioniertes, teures Alexa-Upgrade

Amazon arbeitet an einem neuen Alexa-Projekt mit dem Codenamen Moonraker. Es soll dem Sprachassistenten erlauben, mehrere Aufgaben mit nur einer Anfrage zu erledigen. Eugene Kim berichtet für Business Insider, dass interne Planungsdokumente das Projekt als „Multi-Request“-Funktion beschreiben. Ein Beispiel aus den Unterlagen: Nutzer könnten Alexa bitten, eine Fahrt zu buchen und gleichzeitig eine Nachricht an einen Freund zu schicken.

Moonraker baut auf Alexa+ auf. Diesen KI-Assistenten bietet Amazon bereits über Partner wie Uber und Ticketmaster an. Mit dem neuen System rückt Alexa näher an sogenannte agentische KI heran. Auch OpenAI, Google und Anthropic entwickeln Assistenten, die selbstständig im Internet recherchieren und mehrstufige Aufgaben übernehmen.

Ein teures Vorhaben

Laut den Dokumenten zählt Moonraker zu den teuersten Teilen der aktuellen Alexa+-Überarbeitung. Ein Planungspapier aus diesem Jahr bezeichnet das Projekt als die „kostenintensivste“ neue Initiative. Es rechnet für 2026 mit GPU-Kosten von mehr als 100 Millionen Dollar. Das Dokument schlägt sogar vor, das Projekt zu verschieben oder zu verkleinern, um den Kostendruck zu senken.

Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagt gegenüber Business Insider, manche Führungskräfte bei Amazon glaubten, das Team habe bei den KI-Modellen für Alexa zu viel ausgegeben. Diese Sorge passt zu einer branchenweiten Debatte über die hohen Kosten moderner KI-Systeme. Weitere Dokumente aus dem vergangenen Jahr zeigen zudem, dass Amazon Hunderte Nvidia-Grafikprozessoren für Moonraker bereitstellt und ein Sonnet-Modell von Anthropic für logisches Schlussfolgern und visuelle Antworten testet.

Alexa+ hatte bereits zuvor mit Problemen zu kämpfen, etwa verzögerten Markteinführungen und Berichten über Halluzinationen. Trotzdem schreibt CEO Andy Jassy in seinem Aktionärsbrief, die Nutzung von Alexa habe sich verdoppelt. Der Assistent stehe „noch am Anfang seiner Reise“, der beste persönliche Assistent der Welt zu werden. Amazon lehnte eine Stellungnahme ab.

Bleib auf dem Laufenden

KI für Contentprofis: die neuesten Tools, Tipps und Trends. Alle 14 Tage in deine Inbox:

 

Weitere Infos …

Über den Autor

Mehr zum Thema:

×