OpenAI kündigt in einem offiziellen Blogbeitrag die allgemeine Verfügbarkeit von GPT‑5.6 an. Das Unternehmen hatte die Modelle bereits vor einigen Wochen in einer eingeschränkten Vorabversion vorgestellt. Die neue Familie besteht aus drei Stufen: Sol als Spitzenmodell, Terra als ausgewogene Option für den Arbeitsalltag und Luna als besonders kosteneffiziente Variante. Laut OpenAI übertreffen alle drei Modelle Konkurrenten wie Anthropics Claude Fable 5, benötigen dabei aber weniger Tokens und verursachen geringere Kosten.
Drei Stufen für unterschiedliche Budgets
OpenAI stellt das Verhältnis von Leistung zu Kosten in den Mittelpunkt der Ankündigung. Im firmeneigenen Test Agents‘ Last Exam, der langfristige Arbeitsabläufe in 55 Fachbereichen prüft, erreicht Sol einen Wert von 53,6. Das liegt laut OpenAI 13,1 Punkte über Fable 5. Selbst mit mittlerem Reasoning-Aufwand führt Sol demnach noch um 11,4 Punkte, bei etwa einem Viertel der geschätzten Kosten. Terra und Luna sollen Fable 5 bei rund einem Sechzehntel der Kosten einholen oder übertreffen.
Neben den Standardmodellen führt OpenAI die Einstellung „Ultra“ ein. Sie lässt standardmäßig vier Agenten parallel arbeiten und kann für Aufgaben wie Sicherheitstests auf sechzehn Agenten skaliert werden. Eine neue Funktion namens Programmatic Tool Calling erlaubt es GPT‑5.6, kleine Programme im Arbeitsspeicher zu schreiben, die Werkzeugaufrufe selbst steuern und Daten filtern. Das reduziert die Anzahl der Rückfragen an das Modell.
Programmierung, Design und defensive IT-Sicherheit
OpenAI bezeichnet Sol als sein bislang bestes Modell für Softwareentwicklung. Im Artificial Analysis Coding Agent Index erreicht Sol einen Wert von 80, laut Unternehmen 2,8 Punkte über Fable 5, bei weniger als halb so vielen Output-Tokens und rund einem Drittel weniger Kosten. Zudem hebt OpenAI verbesserte Fähigkeiten im Umgang mit Bildschirminhalten hervor: Das Modell kann fertige Oberflächen und Dokumente selbst prüfen, statt nur Code zu erzeugen, und optische oder funktionale Fehler eigenständig korrigieren.
Für Wissensarbeit meldet OpenAI neue Bestwerte bei BrowseComp (92,2 Prozent) und OSWorld 2.0 (62,6 Prozent). Auch bei Präsentationen, Tabellen und Finanzmodellen, die sich an vorgegebenen Vorlagen orientieren, verspricht das Unternehmen deutliche Verbesserungen.
Im Bereich Cybersicherheit soll GPT‑5.6 die Leistung von GPT‑5.5 bei Tests zur Exploit-Entwicklung fast verdoppeln. OpenAI betont dabei vor allem den defensiven Nutzen: Das Modell sei besser darin, Schwachstellen zu finden und zu beheben, als eigenständig Angriffe auf gut gesicherte Ziele durchzuführen. Zugang zu den sensibelsten Fähigkeiten erhalten nur geprüfte Nutzer über das Programm Trusted Access for Cyber.
Sicherheitsmaßnahmen und Verfügbarkeit
OpenAI erklärt, für dieses Release das bislang robusteste Sicherheitssystem entwickelt zu haben. Es kombiniert trainierte Schutzmechanismen mit Echtzeitprüfungen und Kontrollen auf Kontoebene. Bei Sol blockieren die Schutzmaßnahmen im Sicherheitsbereich nach Angaben von OpenAI etwa zehnmal mehr potenziell schädliche Aktivitäten als bei früheren Modellen. Nutzer erhalten dabei die Möglichkeit, Anfragen bei Bedarf auf weniger leistungsfähige Modelle umzuleiten, um unnötige Blockaden zu vermeiden.
Der Rollout startet laut OpenAI sofort und soll innerhalb von 24 Stunden weltweit abgeschlossen sein. Die Preise pro einer Million Tokens liegen bei 5 US-Dollar Input und 30 US-Dollar Output für Sol, bei 2,50 und 15 US-Dollar für Terra sowie bei 1 und 6 US-Dollar für Luna. Kostenlose und günstigere ChatGPT-Tarife erhalten standardmäßig Terra, während zahlende Nutzer zwischen allen drei Stufen wählen und den Reasoning-Aufwand selbst einstellen können.
Bleib auf dem Laufenden
KI für Contentprofis: die neuesten Tools, Tipps und Trends. Alle 14 Tage in deine Inbox: