Künstliche Intelligenz spaltet den globalen Arbeitsmarkt in zwei Gruppen. Unternehmen, die KI nutzen, um menschliche Expertise zu stärken, wachsen deutlich schneller als jene, die die Technologie vor allem zum Stellenabbau einsetzen. Das zeigt der PwC 2026 Global AI Jobs Barometer, der mehr als eine Milliarde Stellenanzeigen aus 27 Ländern ausgewertet hat.
Die Studie unterscheidet zwei Arten von KI-beeinflussten Berufen. Bei „professionalisierten“ Berufen wie Radiologinnen oder Recruitern übernimmt KI Routineaufgaben, während menschliches Urteilsvermögen und Fachwissen wichtiger werden. Bei „demokratisierten“ Berufen wie IT-Servicemanagern oder medizinischen Sekretärinnen macht KI die Arbeit schlicht einfacher und zugänglicher für Nicht-Experten. Professionalisierte Berufe wachsen doppelt so schnell wie demokratisierte und verzeichnen ein 42 Prozent stärkeres Lohnwachstum.
Mehr KI bedeutet mehr Einstellungen
Ein überraschendes Ergebnis: Hohe KI-Nutzung führt nicht zu Jobabbau, sondern zu mehr Einstellungen. Unternehmen mit dem größten KI-Einsatz steigerten ihre Beschäftigtenzahl seit 2018 um 52 Prozent. Bei Unternehmen mit geringem KI-Einsatz waren es nur 36 Prozent. Die produktivsten 20 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen erzielten einen Produktivitätszuwachs von 163 Prozent gegenüber 2018.
Stellen, die spezifische KI-Kenntnisse erfordern, etwa in den Bereichen Prompt Engineering oder maschinelles Lernen, wuchsen 2025 um 69 Prozent. Das ist etwa achtmal schneller als der Gesamtarbeitsmarkt mit 9 Prozent. Der durchschnittliche Lohnaufschlag für KI-Kenntnisse stieg auf 62 Prozent. Er reicht von 118 Prozent im Konsumgüterbereich bis zu lediglich 16 Prozent im öffentlichen Dienst.
Berufseinsteiger sollen früher Führungsqualitäten zeigen
KI verändert auch den Einstieg ins Berufsleben. Auf Basis von 2,4 Millionen analysierten Einstiegsstellen in den USA verlangen KI-nahe Einstiegspositionen inzwischen siebenmal häufiger klassische Führungskompetenzen wie Urteilsvermögen, Kreativität oder soziale Interaktion. Diese Stellen wuchsen seit 2019 um 35 Prozent. Andere Einstiegspositionen schrumpften um 10 Prozent.
„KI beseitigt einen Teil der Routinearbeit, die früher als Ausbildung diente“, sagte Pete Brown, globaler Personalverantwortlicher bei PwC. Gleichzeitig steige die Nachfrage nach Urteilsvermögen, Führungsstärke und Anpassungsfähigkeit bereits zu einem früheren Zeitpunkt in der Karriere.
Joe Atkinson, globaler KI-Chef bei PwC, betonte, dass die erfolgreichsten Unternehmen KI einsetzen, „um menschliche Expertise zu verstärken, Innovation zu beschleunigen und völlig neue Wertquellen zu erschließen.“
Quellen
- AI reshapes global labour market into two distinct paths, rewarding human skills: PwC 2026 Global AI Jobs Barometer – PwC
- AI Is Splitting the Job Market in Two, PwC Study Shows – Bloomberg
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