KI-Chatbots lassen sich mit einfachen Mitteln dazu bringen, Fehlinformationen zu verbreiten. Thomas Germain berichtet für die BBC, dass ein einziger, gezielt formulierter Blogbeitrag ausreicht, um Antworten von Tools wie ChatGPT, Google Gemini und Googles KI-Übersichten zu manipulieren.
Germain belegte das Problem mit einem Selbstversuch. Er veröffentlichte einen Artikel auf seiner privaten Website, in dem er sich als Weltmeister im Hot-Dog-Essen ausgab. Bereits am nächsten Tag verbreiteten große KI-Systeme diese falsche Behauptung als Tatsache.
Dieselbe Methode wird laut der BBC auch für ernstere Zwecke eingesetzt. Dazu gehören das Kleinreden von Gesundheitsrisiken bei Nahrungsergänzungsmitteln und die Beeinflussung von Finanzratschlägen durch Googles KI.
Google hat seine Spam-Richtlinien aktualisiert und bestätigt nun offiziell, dass Versuche zur Manipulation von KI-Antworten gegen die Unternehmensregeln verstoßen. Websites, die dagegen verstoßen, riskieren eine Abstufung oder vollständige Entfernung aus den Suchergebnissen. Google bezeichnet die Änderung als „Klarstellung“ bestehender Maßnahmen.
SEO-Expertinnen und -Experten beobachten weitere stille Anpassungen. KI-Tools sollen selbstbewerbende Quellen zunehmend aus Antworten entfernen und häufiger Einschränkungshinweise hinzufügen. SEO-Berater Harpreet Chatha zweifelt jedoch am Erfolg dieser Maßnahmen. „Google spielt Whack-a-Mole“, sagt er. „Die Taktiken werden sich einfach verschieben.“
Expertin Lily Ray rät Nutzenden zur Vorsicht. „Man sollte davon ausgehen, dass man manipuliert wird, bis bessere Systeme vorhanden sind“, sagt sie.
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