OpenAI GPT-5.5 bringt verbesserte Agentenfunktionen und mehr

OpenAI hat GPT-5.5 angekündigt, sein neuestes großes Sprachmodell. Das Unternehmen bezeichnet es als wichtigen Schritt hin zu einer neuen Art, mit dem Computer zu arbeiten. Das Modell steht ab sofort Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Nutzern in ChatGPT und Codex zur Verfügung.

Laut OpenAI ist GPT-5.5 darauf ausgelegt, sogenannte agentische Aufgaben zu übernehmen, bei denen das KI-Modell mit einem gewissen Grad an Eigenständigkeit arbeitet: Es plant Schritte, nutzt Werkzeuge, überprüft seine eigenen Ergebnisse und arbeitet weiter, bis eine Aufgabe abgeschlossen ist. OpenAI sagt, Nutzer können dem Modell eine unklare, mehrteilige Aufgabe übergeben und zugleich erwarten, dass es die Unklarheiten selbst auflöst, ohne ständige Anleitung zu benötigen.

GPT-5.5 baut auf GPT-5.4 auf, das OpenAI rund sieben Wochen zuvor veröffentlicht hatte. OpenAI zufolge arbeitet GPT-5.5 genauso schnell wie GPT-5.4, liefert dabei aber bessere Ergebnisse und benötigt für dieselben Coding-Aufgaben weniger Tokens — die Einheiten aus Text, die KI-Modelle verarbeiten und erzeugen.

OpenAI nennt mehrere Bereiche, in denen das Modell deutliche Verbesserungen zeigen soll:

  • Agentisches Coding: Code schreiben, debuggen und umstrukturieren, auch in großen Softwareprojekten
  • Wissensarbeit: Dokumente, Tabellen und Präsentationen erstellen sowie Recherchen durchführen
  • Computer Use: Softwareoberflächen steuern, klicken, tippen und zwischen Anwendungen wechseln
  • Wissenschaftliche Forschung: Datensätze analysieren und mehrstufige Forschungsabläufe unterstützen

In Benchmark-Tests erzielte GPT-5.5 82,7 Prozent auf Terminal-Bench 2.0, das komplexe Befehlszeilenabläufe misst, und 78,7 Prozent auf OSWorld-Verified, das testet, ob ein Modell Computer-Umgebungen selbstständig bedienen kann. Auf GDPval, einem Benchmark, der die Leistung in 44 Berufen bewertet, erreichte das Modell 84,9 Prozent.

OpenAI berichtet außerdem, dass eine interne Version von GPT-5.5 an einem neuen mathematischen Beweis über sogenannte Ramsey-Zahlen mitgewirkt hat, einem Thema aus der Kombinatorik. Der Beweis wurde anschließend mit dem formalen Beweisassistenten Lean verifiziert. OpenAI beschreibt dies als Beispiel dafür, dass das Modell nicht nur bestehende Argumente erklärt, sondern neue mathematische Argumente entwickelt.

OpenAI-Präsident Greg Brockman bestätigte laut The Deep View in einer Presseveranstaltung, dass GPT-5.5 das Modell ist, das die geplante „Superapp“ des Unternehmens antreiben soll: ein breiteres Produkt für Endnutzer, das Codex über Entwickler hinaus für allgemeine Aufgabenautomatisierung zugänglich machen würde. Brockman sagte, OpenAI werde dieses Produkt schrittweise einführen.

In Bezug auf Sicherheit gibt OpenAI an, GPT-5.5 habe den vollständigen Bewertungsprozess des Unternehmens durchlaufen, einschließlich gezielter Tests für fortgeschrittene biologische und Cybersicherheitsfähigkeiten. Das Unternehmen stuft diese Fähigkeiten im Rahmen seines Preparedness Framework als „Hoch“ ein und damit eine Stufe unterhalb von „Kritisch.“ OpenAI setzt strengere Inhaltsfilter für potenziell riskante Cybersicherheitsanfragen ein und weitet ein Programm namens Trusted Access for Cyber aus, das verifizierten Sicherheitsexperten breiteren Zugang zu den Fähigkeiten des Modells bei weniger Einschränkungen bietet.

OpenAI gibt zudem an, GPT-5.5 und das Codex-Tool beim Aufbau der eigenen Infrastruktur eingesetzt zu haben. Codex habe Produktionsdaten analysiert und eigene Algorithmen geschrieben, die die Token-Generierungsgeschwindigkeit um mehr als 20 Prozent gesteigert hätten.

Für API-Entwickler kostet das Modell 5 US-Dollar pro Million Input-Tokens und 30 US-Dollar pro Million Output-Tokens. Eine leistungsstärkere Version, GPT-5.5 Pro, steht Pro-, Business- und Enterprise-Nutzern in ChatGPT zur Verfügung und wird in der API mit 30 US-Dollar pro Million Input-Tokens und 180 US-Dollar pro Million Output-Tokens berechnet. OpenAI weist darauf hin, dass GPT-5.5 zwar mehr kostet als GPT-5.4, aber Aufgaben mit weniger Tokens abschließt, was den höheren Preis für die meisten Nutzer ausgleiche.

Quellen: OpenAI, The Verge, The Deep View

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