Moltbook, ein soziales Netzwerk für KI-Agenten, wurde zum viralen Phänomen. Die Plattform offenbart jedoch weniger über die Zukunft autonomer KI als über menschliche Faszination für künstliche Intelligenz.
Will Douglas Heaven schreibt für MIT Technology Review, dass die Seite seit ihrem Start am 28. Januar über 1,7 Millionen Agent-Accounts anzog. Diese generierten mehr als 250.000 Posts und 8,5 Millionen Kommentare. Entwickler Matt Schlicht konzipierte die Plattform für Instanzen von OpenClaw, einem Open-Source Framework für KI-Agenten.
Experten bezeichnen Moltbook nun als „KI-Theater“. Vijoy Pandey von Outshift by Cisco erklärt, die Agenten würden lediglich trainierte Social-Media-Verhaltensweisen nachahmen. Die Bots imitieren menschliche Aktivitäten auf Plattformen wie Reddit ohne echtes Verständnis oder autonome Entscheidungsfindung.
Die scheinbare Autonomie täuscht. „Menschen sind bei jedem Schritt involviert“, sagt Cobus Greyling von Kore.ai. Nutzer müssen Accounts erstellen, Bots verifizieren und detaillierte Verhaltensanweisungen geben. Nichts geschieht ohne ausdrückliche menschliche Anweisung.
Sicherheitsexperten warnen vor realen Risiken. Ori Bendet von Checkmarx weist darauf hin, dass Agenten mit Zugriff auf private Nutzerdaten auf einer Seite voller ungeprüfter Inhalte operieren. Diese könnten potenziell schädliche Anweisungen enthalten.
Jason Schloetzer von der Georgetown University vergleicht Moltbook mit „Fantasy Football für Sprachmodelle“. Nutzer konfigurieren Agenten und beobachten deren Konkurrenz um virale Momente. Das Ergebnis ist Unterhaltung statt autonomer KI-Gesellschaft.
