KI-Werkzeuge versprechen weniger Arbeitslast. Neue Forschung zeigt jedoch oft das Gegenteil. Beschäftigte mit generativer KI übernehmen mehr Aufgaben, arbeiten länger und erleben erhöhte kognitive Belastung.
Aruna Ranganathan and Xingqi Maggie Ye berichten für Harvard Business Review über ihre achmonatige Studie in einem US-Technologieunternehmen mit 200 Angestellten. Die Forscher beobachteten, wie freiwillige KI-Nutzung Arbeitsmuster veränderte.
Die Studie identifiziert drei Wege, wie KI Arbeit intensiviert. Erstens: Aufgabenerweiterung. Mitarbeiter übernehmen Rollen, die früher andere erledigten. Produktmanager schreiben Code, Forscher übernehmen technische Aufgaben. KI füllt Wissenslücken. Zweitens: Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen. KI-Prompts fühlen sich mühelos an. Beschäftigte senden „schnelle“ Prompts in der Mittagspause oder vorm Verlassen des Schreibtischs. Drittens: Multitasking nimmt zu. Angestellte managen mehrere KI-gestützte Aufgaben gleichzeitig. Das erzeugt ständiges kognitives Umschalten.
Ein Ingenieur fasst das Paradox zusammen: „Man dachte, man könnte produktiver mit KI sein, Zeit sparen, weniger arbeiten. Aber wirklich arbeitet man nicht weniger. Man arbeitet gleich viel oder sogar mehr.“
Die Forscher warnen vor anfänglichen Produktivitätsgewinnen. Diese können nicht nachhaltige Arbeitslaststeigerung verdecken. Die Folgen: Burnout und schlechtere Entscheidungen. Sie empfehlen eine KI-Praxis mit bewussten Pausen, gestaffelten Arbeitsabläufen und geschützter Zeit für menschlichen Austausch. Ohne bewusste Struktur macht KI mehr möglich, aber Aufhören schwerer.
