Wer steckt hinter „Ox Alpha“ und dem riesigen Gratisangebot?

Auf OpenRouter und OpenCode ist ein anonymes KI-Modell namens Ox Alpha mit außergewöhnlich hohen kostenlosen Nutzungslimits aufgetaucht. Rohail Saleem berichtet für Wccftech, dass der Dienst für eine Woche bis zu 100 Billionen Token täglich kostenlos verarbeiten will.

Ox Alpha wird als Reasoning-Modell für Programmierung, längere Aufgaben mit KI-Agenten und den produktiven Einsatz beschrieben. Laut der Modellbeschreibung verarbeitet es Text, Bilder und Videos. Die maximale Ausgabe liegt bei 131.072 Token. Das Kontextfenster von einer Million Token erlaubt es grundsätzlich, große Quellcode-Sammlungen, lange Dokumente oder umfangreiche Projektunterlagen in einer Anfrage zu bearbeiten.

Unklare Herkunft des Modells

Wer Ox Alpha betreibt, ist nicht bestätigt. Nach Saleems Bericht deuteten erste technische Vergleiche auf das chinesische Unternehmen Zhipu und ein noch nicht veröffentlichtes Modell der GLM-Familie hin. Beobachter verwiesen auf Ähnlichkeiten bei der Videoverarbeitung, bei der Tokenisierung und in den Antworten des Modells. Auch die Regeln des Systems zu politisch sensiblen Themen aus China wurden als Hinweis gewertet.

Daneben werden DeepSeek und xAI als mögliche Urheber genannt. Beim Fall DeepSeek bezweifeln Beobachter jedoch, dass deren verfügbare Rechenkapazität ausreicht. Auch das Verhalten bei sehr langen Eingaben und die Tokenisierung sollen sich von bekannten DeepSeek-Modellen unterscheiden.

Ein späteres Update nennt Microsoft als weitere Möglichkeit. Ox Alpha soll den Tokenizer cl100k_base verwenden. Dieses Verfahren zur Aufteilung von Text wird mit OpenAI-nahen Werkzeugen verbunden und findet sich auch in Microsofts Phi- und MAI-Modelllinie. Das wäre ein Argument gegen die Zhipu-Theorie, beweist die Herkunft jedoch nicht.

Microsoft, Zhipu, DeepSeek und xAI haben keine Verbindung zu Ox Alpha bestätigt. Wer das Modell testet, erhält zwar viel Kapazität. Wegen des unbekannten Betreibers und des zeitlich begrenzten Angebots sollten vertrauliche Daten aber nicht leichtfertig eingegeben werden.

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