Snowflake hat auf seinem Summit 26 in San Francisco ein neues System vorgestellt, das verhindern soll, dass KI-Agenten widersprüchliche Antworten liefern, obwohl sie dieselben Daten abfragen. Im Mittelpunkt stehen zwei neue Produkte: Horizon Context und Cortex Sense. Sean Michael Kerner berichtet darüber für VentureBeat.
Das zugrundeliegende Problem: Geschäftslogik ist über SQL-Tabellen, BI-Dashboards und Agenten-Anweisungen verteilt. Der Begriff „Umsatz“ kann je nach System unterschiedlich interpretiert werden. Das Ergebnis sind Agenten, die mit großer Sicherheit falsche Antworten geben. Christian Kleinerman, EVP of Product bei Snowflake, beschreibt das so: „Es gibt viele Tools, bei denen man eine Frage stellt und eine sehr selbstbewusste Antwort bekommt, aber ob diese korrekt ist, steht auf einem anderen Blatt.“
Zwei Schichten für zwei Aufgaben
- Horizon Context erfasst, was Unternehmen selbst explizit definieren. Das System basiert auf der Übernahme von Select Star und zieht Metadaten aus Quellen wie Postgres, Tableau und Power BI in einen gemeinsamen Katalog. Eine Funktion namens Semantic View Autopilot pflegt diese Definitionen automatisch weiter.
- Cortex Sense leitet Kontext automatisch aus Nutzungsmustern ab, ohne dass manuelle Konfiguration nötig ist.
Kleinerman fasst die Unterscheidung präzise zusammen: „Horizon Context umfasst alles, was Kunden explizit deklarieren. Cortex Sense deckt alles ab, was implizit und von uns abgeleitet wird.“
Snowflake ist nicht das einzige Unternehmen, das dieses Problem adressiert. Auch Microsoft, Redis und Pinecone entwickeln vergleichbare Kontextschichten für Unternehmens-KI. Devin Pratt, Research Director beim Analystenhaus IDC, sagte VentureBeat: „Die Kontextschicht ist das eigentliche Schlachtfeld für agentische KI. Ein Agent ist nur so vertrauenswürdig wie die Daten und die Semantik dahinter.“
Analysten begrüßen die Richtung, warnen aber vor übertriebenen Erwartungen. Mike Leone von Moor Insights and Strategy sagt, viele Anbieter versprächen zu viel: „Wenn man so ein System in einem echten Unternehmen einsetzt, zeigt sich vor allem, wie unordentlich die eigenen Daten und Definitionen bereits sind.“ Snowflake gibt an, Horizon Context auf einem offenen Standard namens Open Semantic Interchange aufzubauen, damit Definitionen auch in Drittanbieter-Systemen nutzbar bleiben.
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