Thomson Reuters bringt mit Thomson ein eigenes großes Sprachmodell auf den Markt. Zunächst soll es in CoCounsel Legal eingesetzt werden.
In einer offiziellen Mitteilung erklärt Thomson Reuters, das Modell sei intern entwickelt worden. Als Ausgangspunkt diente ein leistungsfähiges Open-Source-Modell. Nach Angaben des Unternehmens flossen rund 40 Millionen Dollar in Fachpersonal und Rechenleistung. Thomson Reuters betont, das Modell vollständig zu besitzen und selbst zu kontrollieren.
Für die weitere Schulung nutzte das Unternehmen eigene Inhalte aus Angeboten wie Westlaw, Practical Law, Checkpoint und Reuters. Hunderte Fachleute seien an den Trainingszielen und an den abschließenden Tests beteiligt gewesen.
Nach Angaben von Thomson Reuters befolgt Thomson komplexe Anweisungen besser als das zugrunde liegende Basismodell. Außerdem soll es mit umfangreichen Fachtexten und spezialisierten Aufgaben besser umgehen können. Das Unternehmen vertritt damit die Auffassung, dass der bloße Zugriff auf hochwertige Inhalte nicht ausreicht. Entscheidend seien auch gezieltes Training und die Mitarbeit von Experten.
Bisher sei weniger als ein Zehntel der Inhalte von Thomson Reuters in das Modelltraining eingeflossen. Künftig wolle das Unternehmen vor allem neue Formen der Spezialisierung entwickeln, statt nur größere Datenmengen einzuspeisen.
Der erste Einsatz ist für die Funktion Tabular Analysis in CoCounsel Legal vorgesehen. Sie unterstützt die Auswertung strukturierter Informationen in großen Dokumentenmengen. CoCounsel Legal soll laut Unternehmen weiterhin mehrere Modelle nutzen. Thomson komme dort zum Einsatz, wo es den größten Vorteil biete.
Eine kleinere Version stellt Thomson Reuters über Hugging Face für Forschung und nicht kommerzielle Zwecke als Open-Weight-Modell bereit. Juristen und KI-Forscher sollen das Modell zusätzlich prüfen. Die genannten Leistungswerte beruhen bislang auf frühen Auswertungen.
Das Unternehmen verbindet den Start zudem mit dem Thema KI-Souveränität. Für Berufstätige mit besonderen Sorgfalts- und Datenschutzpflichten seien Kontrolle über Training, Betrieb und den Umgang mit Kundendaten besonders wichtig.
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