Das chinesische KI-Videotool Seedance gewinnt in Hollywood an Bedeutung, obwohl ein gefälschtes Video für Empörung gesorgt hatte. Das berichtet Nilesh Christopher für die Los Angeles Times. Der Konzern ByteDance, frühere Mehrheitseignerin von TikTok, wirbt demnach gezielt um amerikanische Filmemacher und Studios.
Anfang des Jahres sorgte ein 15 Sekunden langes KI-Video für Aufsehen. Es zeigte Brad Pitt und Tom Cruise in einem erfundenen Filmkampf auf einem Dach. Die Motion Picture Association forderte ByteDance auf, die „rechtsverletzende Aktivität“ zu stoppen. Trotzdem baute das Unternehmen sein US-Geschäft weiter aus. Es stellte Seedance bei einem Event in Santa Monica vor, schuf 100 neue Stellen und veranstaltete eine aufwendige Party beim Filmfestival in Cannes.
Der Animationsproduzent Joel Kuwahara beschreibt die Haltung der Branche als „Don’t ask, don’t tell“. Viele Studios hätten Seedance nicht offiziell freigegeben, dulden die Nutzung aber im Stillen, sagt er.
Der Erfolg von Seedance beruht auf Preis und Bildqualität. Laut dem Analysedienst Artificial Analysis kostet eine Minute Video mit Ton bei Seedance neun Dollar. Bei Googles Veo sind es 24 Dollar. Unabhängige Filmemacher wie Rupert Wainwright und Jason Zada nutzen das Tool bereits für hybride Produktionen, die klassische Dreharbeiten mit KI-generierten Szenen verbinden.
Nicht alle glauben, dass Seedance auch große Studioproduktionen erobern wird. Luma-Chef Amit Jain verweist auf geopolitische und urheberrechtliche Risiken. Ein chinesisches Modell komme für große Franchise-Filme nicht infrage, sagt er. „Können Sie sich vorstellen, dass Disney das ByteDance-Modell für den nächsten ‚Schneewittchen‘-Film nutzt? Auf keinen Fall.“
Bleib auf dem Laufenden
KI für Contentprofis: die neuesten Tools, Tipps und Trends. Alle 14 Tage in deine Inbox:
