Ein neuer offener Standard soll Verlagen Kontrolle darüber geben, wie Künstliche Intelligenz ihre Inhalte nutzt. Really Simple Licensing 1.0 ermöglicht Websites, maschinenlesbare Lizenz- und Vergütungsregeln für KI-Systeme festzulegen.
Das RSL Collective entwickelte den Standard mit Unterstützung großer Internetunternehmen. Mehr als 1.500 Organisationen unterstützen ihn mittlerweile, darunter The Associated Press, Vox Media, Stack Overflow und The Guardian. Auch die Infrastruktur-Anbieter Cloudflare, Akamai und Fastly haben den Standard befürwortet.
RSL baut auf dem bestehenden robots.txt-Protokoll auf, das den Zugriff von Web-Crawlern steuert. Der neue Standard fügt Kategorien wie „ai-all“, „ai-input“ und „ai-index“ hinzu, um Verlagen detaillierte Kontrolle zu geben. Eine zentrale Funktion erlaubt es, Inhalte in traditionellen Suchergebnissen zuzulassen, aber KI-gestützte Suchfunktionen zu blockieren.
„RSL bietet genau diese fehlende Ebene“, sagten die RSL Collective-Gründer Doug Leeds und Eckart Walther gegenüber The Verge. Verlage können nun in der traditionellen Suche bleiben und gleichzeitig KI-Training oder KI-generierte Antworten ausschließen.
Der Standard enthält eine „Contribution“-Option, entwickelt mit Creative Commons. Diese ermöglicht es gemeinnützigen Erstellern, finanzielle oder nicht-finanzielle Beiträge von KI-Systemen zu verlangen, die ihre Arbeit nutzen.
Der RSL-Standard allein kann KI-Scraper nicht blockieren, die Lizenzregeln ignorieren. Infrastruktur-Anbieter, die den Standard unterstützen, können diese Beschränkungen jedoch auf Netzwerkebene durchsetzen. Google sieht sich derzeit einer Untersuchung der Europäischen Kommission gegenüber, weil das Unternehmen Verlags-Inhalte in KI-Funktionen nutzt, ohne Opt-out-Optionen für KI bei gleichzeitiger Präsenz in der traditionellen Suche anzubieten.
Quellen: RSL Pressemitteilung, The Verge
