Die Geschichte der Automatisierung legt nahe, dass KI menschliche Arbeit nicht vollständig verdrängen wird. Adam Ozimek schreibt für The Atlantic, dass frühere technologische Umbrüche die bedrohten Berufe letztlich nicht ausgelöscht haben.
Das Pianola, in den 1890er Jahren erfunden, automatisierte etwa das Klavierspielen vollständig. Komponisten wie Igor Strawinsky argumentierten sogar, die Maschinen überträfen menschliche Spieler. Dennoch sind Pianisten heute allgegenwärtig. Pianolas hingegen stehen meist in Museen.
Musiker sahen sich im vergangenen Jahrhundert mehreren Automatisierungswellen gegenüber. Das Grammofon, das Radio und Streaming-Dienste galten jeweils als Bedrohung. Trotzdem ist die Zahl der beschäftigten Musiker in den USA laut US-Volkszählungsdaten auf einem historischen Höchststand.
Ozimek erklärt diese Widerstandsfähigkeit mit der Nachfrage nach dem „menschlichen Touch“. Konsumenten legen Wert darauf, wer eine Leistung erbringt, nicht nur auf das Ergebnis selbst. Diese Nachfrage wächst mit dem Einkommen. Im gehobenen Restaurant etwa steigt die Zahl der Servicekräfte mit der Höhe der Rechnung.
Dasselbe Prinzip gilt über die Musik hinaus. Millionen von Kellnern und Verkäufern sind beschäftigt, obwohl Automatisierungslösungen längst verfügbar wären.
Ozimek räumt ein, dass KI in bestimmten Bereichen Arbeitsplätze verdrängen wird. Wo Konsumenten jedoch menschliche Beteiligung schätzen, könnten politische Maßnahmen wie Lohnsubventionen und progressive Besteuerung die Beschäftigung stützen.

