Die Ausgaben von Unternehmen für generative KI sind im Jahr 2025 auf 37 Milliarden Dollar gestiegen. Damit ist die Technologie die am schnellsten wachsende Software-Kategorie in der Geschichte. Sie macht inzwischen 6% des globalen Software-Marktes aus. Das ist nur drei Jahre nach dem Start von ChatGPT.
Tim Tully und Matt Murphy berichten für Menlo Ventures in ihrem dritten jährlichen Bericht zum Stand generativer KI in Unternehmen. Die Investmentgesellschaft befragte knapp 500 US-amerikanische Entscheider. Sie analysierte Ausgaben für Modell-APIs, Infrastruktur und Anwendungen.
Die Ausgaben sind gegenüber 2024 um das 3,2-Fache gestiegen. Damals lagen sie bei 11,5 Milliarden Dollar. Der größte Anteil von 19 Milliarden Dollar entfiel auf Anwendungen mit Nutzerschnittstellen. Mindestens 10 Produkte erzielen inzwischen über 1 Milliarde Dollar wiederkehrenden Jahresumsatz. 50 Produkte überschreiten die 100-Millionen-Dollar-Marke.
Die Daten widersprechen Befürchtungen einer KI-Blase. Eine MIT-Studie hatte im Sommer behauptet, dass 95% aller generativen KI-Projekte scheitern. Die Märkte reagierten beunruhigt. Die Forschung von Menlo Ventures zeigt jedoch breite Akzeptanz und echte Umsätze in allen Branchen.
Das Verhalten von Unternehmen zeigt starkes Vertrauen in KI-Lösungen. Sobald eine Organisation sich entscheidet, eine KI-Lösung zu prüfen, erreichen 47% der Projekte die Produktion. Bei traditioneller Software sind es nur 25%. Diese hohe Erfolgsquote spiegelt klaren unmittelbaren Nutzen wider.
Bei der Beschaffung von KI-Technologie hat sich viel verändert. 2024 waren Unternehmen noch gespalten zwischen Eigenentwicklung und Kauf. Heute werden 76% der KI-Anwendungsfälle gekauft statt selbst entwickelt. Fertige Lösungen erreichen schneller die Produktion und zeigen sofortigen Wert.
Produktgesteuertes Wachstum treibt die Verbreitung in nie dagewesenem Tempo. Einzelne Nutzer machen 27% aller Ausgaben für KI-Anwendungen aus. Das ist fast viermal so viel wie bei traditioneller Software. Rechnet man private Kreditkartenkäufe wie ChatGPT Plus ein, könnte die Zahl 40% erreichen.
Programmierung hat sich als erster Durchbruch für KI erwiesen. Sie macht 4 Milliarden Dollar oder 55% der abteilungsspezifischen KI-Ausgaben aus. Die Hälfte aller Entwickler nutzt täglich KI-Tools zum Programmieren. In führenden Organisationen liegt die Quote bei 65%. Teams berichten von Produktivitätssteigerungen von 15% oder mehr.
Bei der Infrastruktur hat sich die Wettbewerbslandschaft dramatisch verschoben. Anthropic kontrolliert geschätzt 40% der Unternehmensausgaben für große Sprachmodelle. Im Vorjahr waren es 24%. OpenAIs Anteil ist von 50% im Jahr 2023 auf 27% gefallen. Google ist von 7% auf 21% gestiegen.
Anthropics Dominanz beruht vor allem auf der Leistung bei Programmieraufgaben. Dort hält das Unternehmen 54% Marktanteil. Es führt seit 18 Monaten die Ranglisten für Programmierung an. Der Start erfolgte mit Claude Sonnet 3.5 Mitte 2024.
Im Gesundheitswesen führt die vertikale KI-Adoption mit 1,5 Milliarden Dollar Ausgaben. Das ist mehr als dreimal so viel wie im Vorjahr. Verwaltungslasten und Personalmangel haben Gesundheitssysteme zur Automatisierung gedrängt. Der Markt für KI-Dokumentationsassistenten allein erreichte 600 Millionen Dollar.
Startup-Unternehmen haben gegenüber etablierten Anbietern deutlich an Boden gewonnen. Sie erobern nun 63% des Marktes für KI-Anwendungen. Im Vorjahr waren es 36%. In der Produktentwicklung und im Engineering halten Startups 71% Marktanteil. Im Vertrieb kontrollieren sie 78%.
Für die Zukunft prognostiziert Menlo Ventures, dass KI im Jahr 2026 die menschliche Leistung bei täglichen Programmieraufgaben übertreffen wird. Die Firma erwartet weiter steigende Ausgaben trotz sinkender Kosten. Modelle werden voraussichtlich auch auf Mobilgeräte kommen. Hersteller werden dedizierte stromsparende GPU-Rechenleistung ausliefern.
