Die britische Regierung hat ihren Plan aufgegeben, KI-Unternehmen die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke ohne ausdrückliche Genehmigung zu erlauben. Graham Fraser berichtet für die BBC, dass der ursprüngliche Vorschlag ein Opt-out-System vorgesehen hätte. Kreative hätten demnach aktiv verhindern müssen, dass ihre Werke zum Training von KI-Modellen verwendet werden.
Technologieministerin Liz Kendall verkündete den Kurswechsel. Die Regierung habe „zugehört“ und sich „umfassend“ mit Vertreterinnen und Vertretern der Kreativ- und der KI-Branche ausgetauscht. Laut Kendall hat die Regierung derzeit keine bevorzugte Option für das weitere Vorgehen.
Der ursprüngliche Plan hatte scharfe Kritik ausgelöst. Prominente Künstlerinnen und Künstler wie Sir Elton John und Dua Lipa hatten sich öffentlich dagegen ausgesprochen. Sir Elton verglich die unerlaubte Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte mit „Diebstahl im großen Stil.“
Tom Kiehl, Chef von UK Music, bezeichnete den Rückzieher als „großen Sieg für die Kampagnenführenden.“ Mandy Hill vom Cambridge University Press begrüßte die Entscheidung, warnte jedoch: Die Regierung habe eine Nutzung ohne Lizenz nicht vollständig ausgeschlossen.
Die Regierung will das Urheberrecht erst reformieren, wenn sie sicher ist, dass Änderungen „den Zielen für die Wirtschaft und die Bürgerinnen und Bürger“ entsprechen.
Kritik kam aus der Technologiebranche. Vinous Ali von der Startup Coalition zeigte sich enttäuscht und forderte eine „praktikable Lösung,“ damit britische KI-Startups international konkurrenzfähig bleiben.
