Die Geschlechterlücke bei Chatbot-Nutzung schließt sich

Männer und Frauen in den USA haben KI-Chatbots inzwischen fast gleich häufig ausprobiert. Damit hat sich eine deutliche Lücke bei der Nutzung innerhalb von zwei Jahren weitgehend geschlossen. Monica Anderson und Eugenie Park berichten für das Pew Research Center, dass 49% der Männer und 47% der Frauen schon Chatbots wie ChatGPT, Google Gemini oder Microsoft Copilot genutzt haben.

2024 lagen die Werte noch bei 39% für Männer und 28% für Frauen. Der frühere Wert ist jedoch nur eingeschränkt vergleichbar: Damals stellte Pew die Frage ausschließlich Menschen, die zumindest etwas über Chatbots gehört hatten.

Bei der grundsätzlichen Verbreitung ist die Differenz damit fast verschwunden. Bei der Intensität der Nutzung, den bevorzugten Diensten und der Einschätzung von KI bleiben die Unterschiede aber deutlich. Männer greifen häufiger täglich auf Chatbots zurück und bewerten ihren Nutzen für die Arbeit positiver. Frauen sehen die Folgen der Technologie häufiger kritisch.

ChatGPT liegt bei beiden Gruppen gleichauf

ChatGPT ist der am weitesten verbreitete Dienst in der Befragung. Jeweils 44% der Männer und Frauen geben an, ihn genutzt zu haben. Bei mehreren anderen Chatbots melden Männer deutlich häufiger Erfahrungen. Das gilt für Gemini, Copilot, Grok und Claude. Gemini haben etwa 29% der Männer, aber nur 20% der Frauen verwendet.

Bei Meta AI ergibt sich ein anderes Bild. Diesen Dienst nennen 15% der Frauen und 13% der Männer.

Auch die Regelmäßigkeit unterscheidet sich. 27% der Männer nutzen Chatbots täglich. Unter den Frauen sind es 20%. Männer setzen die Systeme außerdem öfter für mehrere Zwecke ein:

  • Informationssuche: 45% der Männer und 39% der Frauen.
  • Arbeitsaufgaben unter Berufstätigen: 40% der Männer und 35% der Frauen.
  • Unterhaltung: 28% der Männer und 22% der Frauen.
  • Nachrichten: 15% der Männer und 12% der Frauen.

Frauen verwenden Chatbots etwas häufiger für emotionale Unterstützung oder Rat. Das sagen 11% der Frauen und 8% der Männer. Für Begleitung nennen beide Gruppen denselben Wert von 4%. Bei Bild- und Videobearbeitung, medizinischen Fragen sowie Ernährung und Fitness stellt Pew kaum oder keine Unterschiede fest.

Skepsis gegenüber KI ist unter Frauen stärker

Beim wahrgenommenen Nutzen für die Produktivität fällt die Lücke größer aus. 35% der Männer sagen, dass Chatbots ihre Produktivität verbessern. Bei Frauen sind es 25%. Bei Fragen zu Wissen, Kreativität, Glück und persönlichen Beziehungen bleiben die Abstände gering oder fehlen ganz.

Frauen rechnen deutlich häufiger mit persönlichen Nachteilen durch KI. 33% erwarten in den kommenden 20 Jahren negative Folgen für sich selbst. Nur 17% erwarten positive Folgen. Bei Männern stehen sich positive und negative Erwartungen fast gegenüber: 29% rechnen mit positiven, 27% mit negativen Effekten.

Auch mit Blick auf die Gesellschaft überwiegen negative Einschätzungen. 43% der Frauen erwarten negative Auswirkungen von KI, 11% positive. Bei den Männern liegen die Werte bei 36% beziehungsweise 22%.

68% der Frauen halten die Entwicklung von KI für zu schnell. Unter Männern sagen dies 58%. Männer berichten zugleich häufiger von hoher Vertrautheit mit der Technik. 48% sagen, sie hätten viel über Chatbots gehört, gegenüber 38% der Frauen. Sehr oder äußerst sicher im Umgang mit Chatbots fühlen sich 22% der Männer und 15% der Frauen.

Für die Studie befragte Pew im Februar 5.119 Erwachsene in den USA über sein American Trends Panel. Die Daten zeigen: Chatbots sind inzwischen in beiden Geschlechtergruppen ähnlich weit verbreitet. Bei Nutzungsroutine, Selbstvertrauen und Erwartungen an KI bestehen jedoch weiterhin klare Unterschiede.

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