Apple hat Q.ai übernommen, ein israelisches Startup für künstliche Intelligenz, das auf Audio-Technologie und Gesichtsanalyse spezialisiert ist. Der Deal bewertet das Unternehmen mit 1,5 bis 2 Milliarden Dollar und ist damit Apples zweitgrößte Übernahme nach dem 3 Milliarden Dollar teuren Kauf von Beats im Jahr 2014.
Q.ai wurde 2022 von Aviad Maizels, Yonatan Wexler und Avi Barliya in Tel Aviv gegründet. Das Unternehmen sammelte Anfang 2023 rund 24,5 Millionen Dollar von Investoren wie Kleiner Perkins, Google Ventures, Spark Capital, Exor und Matter Venture Partners ein. Das Startup arbeitete weitgehend im Verborgenen mit etwa 100 Mitarbeitern.
Laut Apple entwickelt Q.ai Machine-Learning-Anwendungen, die Audio- und Kommunikationserlebnisse transformieren. Die Technologie umfasst Systeme zum Verstehen von geflüsterter Sprache und zur Verbesserung der Audio-Performance in schwierigen Umgebungen. Patentanträge von Q.ai zeigen Technologie, die Mikrobewegungen der Gesichtshaut nutzt, um gesprochene oder geformte Worte zu erkennen, Personen zu identifizieren und Emotionen sowie Vitalzeichen zu erfassen.
Apple erklärte, die Technologie könnte die Kommunikation mit tragbaren Geräten wie AirPods und dem Vision Pro Headset verbessern und die Interaktion mit dem Assistenten Siri optimieren. Johny Srouji, Apples Senior Vice President für Hardware-Technologien, bezeichnete Q.ai als „bemerkenswert“ und als Pionier für den Einsatz von Bildverarbeitung und Machine Learning.
Für Maizels ist dies der zweite Exit an Apple. 2013 kaufte Apple sein früheres Unternehmen PrimeSense für etwa 350 Millionen Dollar. Diese Technologie half Apple bei der Entwicklung des FaceID-Systems zur Gesichtserkennung. Alle drei Q.ai-Gründer wechseln zu Apple.
Quellen: CTech, Financial Times, Reuters
