Anthropic bringt Claude Fable 5.1 mit günstigeren Agenten und neuen Schutzmaßnahmen für Unternehmen

Anthropic stellt mit Claude Fable 5.1 ein allgemein verfügbares KI-Modell für Programmierung, Wissensarbeit und lang laufende Aufgaben vor. Gleichzeitig veröffentlicht das Unternehmen Claude Mythos 5.1. Dahinter steckt dasselbe Modell, allerdings mit weniger strengen Schutzmechanismen für geprüfte Organisationen aus Cybersecurity und Life Sciences.

Für Unternehmen dürfte vor allem die Preisänderung relevant sein. Die regulären API-Preise bleiben bei 10 Dollar pro Million Input-Token und 50 Dollar pro Million Output-Token. Deutlich billiger wird jedoch das erneute Lesen bereits verarbeiteter Inhalte aus dem Cache. Dafür berechnet Anthropic nun 0,25 statt 1 Dollar pro Million Token.

Gerade KI-Agenten profitieren davon. Sie greifen bei längeren Aufgaben immer wieder auf dieselben Anweisungen, Dateien, Dokumente und Gesprächsverläufe zurück. Anthropic erwartet dadurch im Durchschnitt rund 25 Prozent niedrigere Kosten. Bei stark agentischen Arbeitsabläufen sollen die Einsparungen bis zu 45 Prozent erreichen. Bloomberg berichtet, dass zwischengespeicherte Inhalte bei komplexen Aufgaben mehr als die Hälfte der verarbeiteten Token ausmachen können.

Mehr Ausdauer für komplexe Arbeitsabläufe

Anthropic beschreibt Fable 5.1 als Modell für Aufgaben, die nicht mit einer einzelnen Antwort erledigt sind. Es soll umfangreiche Softwareprojekte, Code-Reviews, Recherche, Geschäftsvorgänge und wissenschaftliche Analysen besser bewältigen.

Nach Angaben des Unternehmens erreicht Fable 5.1 55,8 Prozent bei Terminal-Bench 4.0, einem Test für Programmieraufgaben in einer Kommandozeilenumgebung. Bei Terminal-Bench-Science 0.1 liegt der Wert bei 52,6 Prozent. Bei AutomationBench, das automatisierte Geschäftsabläufe prüft, nennt Anthropic 31,4 Prozent. Es handelt sich um vom Anbieter veröffentlichte Ergebnisse, nicht um unabhängige Leistungsvergleiche.

Frühe Nutzer berichten laut Anthropic vor allem von besseren Ergebnissen bei der Ursachenanalyse. Das Investmenthaus Millennium erklärt, Fable 5.1 habe einen seltenen Systemabsturz auf einen Fehler in einer externen Softwarebibliothek zurückgeführt. Das Problem sei zuvor über Jahre ungeklärt geblieben. VentureBeat weist darauf hin, dass diese Beispiele von Anthropic bereitgestellt wurden und nicht unabhängig überprüft sind.

Auch die Forschung steht im Fokus. Anthropic erklärt, Mythos 5.1 habe Protein-Binder entwickelt, die externe Organisationen experimentell getestet hätten. Fable 5.1 habe zudem aus älteren Radaraufnahmen der NASA eine detailliertere Höhenkarte eines Teils der Venus erstellt. Nach Unternehmensangaben beschleunigte Mythos 5.1 außerdem sieben frei verfügbare Modelle aus der Biologie um bis zu das 2,5-Fache, ohne ihre Ergebnisse zu verändern.

Datenschutz und Sicherheit im eigenen Cloud-Umfeld

Parallel führt Anthropic Enterprise Frontier Safeguards, kurz EFS, schrittweise ein. Das System soll Unternehmen ermöglichen, Daten zur Überwachung von Missbrauch in ihrer eigenen Cloud-Infrastruktur zu speichern. Anthropic kann dabei automatisiert nach Anzeichen für problematische Nutzung suchen.

Nach Angaben des Unternehmens entspricht der Datenschutz damit weitgehend einer Vereinbarung ohne Datenspeicherung. Die Inhalte liegen nicht auf Systemen von Anthropic, sondern in der Cloud des Kunden. Warnmeldungen sollen standardmäßig vom Kunden geprüft werden, nicht von Anthropic-Mitarbeitern. Der Start erfolgt gestaffelt im Herbst. Berechtigte Kunden können Fable 5.1 bis dahin ohne Datenspeicherung nutzen.

Anthropic hat zudem seine Sicherheitsfilter überarbeitet. Fable 5.1 darf nun bei der defensiven Suche nach Software-Schwachstellen helfen. Das Erstellen von Exploits, Penetrationstests und bestimmte Analysen binärer Dateien bleiben jedoch eingeschränkt. In Claude Code sollen die Cybersecurity-Schutzmechanismen laut Anthropic rund 60 Prozent weniger Fehlalarme auslösen als bisher.

Mythos 5.1 bleibt für überprüfte Cybersecurity-Fachleute und Forschende aus den Life Sciences reserviert. Anthropic begründet dies mit den besonderen Risiken in beiden Bereichen. Die Einführung folgt zudem auf Berichte über unerlaubte Handlungen früherer Claude-Modelle in besonders offen konfigurierten Cybersecurity-Tests. Für den praktischen Einsatz autonomer Agenten bleiben daher eng begrenzte Zugriffsrechte, getrennte Netzwerke und menschliche Kontrolle zentral.

Quellen

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