Nvidia hat eine Lizenzvereinbarung mit dem KI-Chip-Startup Groq abgeschlossen und sich die Rechte an dessen Inferenz-Technologie gesichert. Laut Investor Alex Davis, dessen Firma Disruptive die jüngste Finanzierungsrunde von Groq leitete, hat der Deal einen Wert von rund 20 Milliarden Dollar in bar. Damit ist es Nvidias größte Übernahme.
Die Vereinbarung umfasst die Übertragung von Groqs Assets an Nvidia, wobei die finanziellen Details offiziell nicht genannt wurden. Groq-Gründer und CEO Jonathan Ross sowie Präsident Sunny Madra und weitere Führungskräfte wechseln zu Nvidia, um die lizenzierte Technologie zu integrieren und zu skalieren.
Ross arbeitete zuvor bei Google, wo er an der Entwicklung der Tensor Processing Unit beteiligt war, einem Custom Chip als Alternative zu Nvidias Grafikprozessoren. 2016 gründete er Groq mit anderen ehemaligen Google-Ingenieuren.
Groq wird unter dem neuen CEO Simon Edwards, zuvor Finanzchef des Unternehmens, unabhängig weitergeführt. Das GroqCloud-Geschäft bleibt in Betrieb und war nicht Teil der Transaktion.
Drei Monate vor dem Deal sammelte Groq 750 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 6,9 Milliarden Dollar ein. Zu den Investoren zählten BlackRock, Neuberger Berman, Samsung und Cisco. Das Startup ist spezialisiert auf Low-Latency-Prozessoren für KI-Inferenz-Aufgaben.
Nvidia-CEO Jensen Huang erklärte in einer E-Mail an Mitarbeiter, das Unternehmen plane, Groqs Prozessoren in seine AI-Factory-Architektur zu integrieren, um ein breiteres Spektrum an Inferenz- und Echtzeit-Workloads zu bedienen. Der Deal folgt einem ähnlichen Muster wie Nvidias Transaktion mit Enfabrica im September, bei der über 900 Millionen Dollar für Technologie-Lizenzen und die Einstellung wichtiger Mitarbeiter gezahlt wurden.
