Das Xiaomi 17 Ultra hat bei Fotos einer Sonnenfinsternis offenbar eine Mondkorrektur auf die Sonne angewendet. Auf mindestens einer Aufnahme erscheinen kraterähnliche Strukturen und Linien auf der rötlich leuchtenden Sonnenscheibe.
Omar Belkaab berichtet für Frandroid über den Fehler, der bei einem Vergleich von vier Smartphones während der Sonnenfinsternis am 12. August auffiel. Das Xiaomi-Modell lieferte dabei nicht durchgehend fehlerhafte Bilder. Dennoch zeigen auch Beiträge von Nutzern auf X ähnliche Ergebnisse.
Der Vorfall verweist auf ein bekanntes Verfahren der Smartphone-Fotografie. Bei starken digitalen Vergrößerungen setzen Hersteller KI-gestützte Bildverarbeitung ein. Sie kann Bilddaten ergänzen und Strukturen verstärken, die etwa bei Aufnahmen des Mondes passende Details ergänzen. Die Systeme werden dafür mit vielen Mondbildern trainiert.
Solche Verfahren können ein Bild deutlich detailreicher erscheinen lassen, als es die reine Kameratechnik bei großer Entfernung ermöglichen würde. Zugleich besteht natürlich das Risiko, dass die Software Inhalte ergänzt, die nicht aus den aufgenommenen Bilddaten stammen. Die Grenze zwischen einem Foto und einem KI-generierten Bild verschwimmt.
Frandroid ordnet Xiaomi dabei nicht als Einzelfall ein. Auch Samsungs Space Zoom stand bereits wegen KI-gestützter Mondfotos in der Kritik. Beim Xiaomi 17 Ultra scheint die Erkennung während der Finsternis eine helle Scheibe am Himmel fälschlich als Mond eingeordnet zu haben.
Für kreative Bilder kann diese Verarbeitung nützlich sein. Bei dokumentarischen, journalistischen oder wissenschaftlichen Motiven verlangt sie jedoch besondere Vorsicht.
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