Cloudflare veröffentlicht KI-Arbeitsplattform für Unternehmen als Open Source

Cloudflare hat Cloudflare OS als Open Source veröffentlicht. Die Plattform soll Unternehmen dabei helfen, KI-Agenten mit ihren eigenen Daten, Anwendungen und Arbeitsabläufen zu verbinden. Das Unternehmen kündigt in einem offiziellen Blogbeitrag an, dass Beschäftigte über den Browser mit Arbeitsbereichen interagieren können, in denen Agenten recherchieren, Dokumente erstellen, Anwendungen entwickeln und wiederkehrende Aufgaben automatisieren.

Cloudflare OS richtet sich an ein Kernproblem beim Einsatz generativer KI im Unternehmen. Agenten benötigen Zugriff auf interne Informationen und Systeme, um nützlich zu sein. Gleichzeitig darf dieser Zugriff keine vertraulichen Daten offenlegen oder unkontrollierte Änderungen in anderen Diensten ermöglichen. Cloudflare verbindet dafür KI Arbeitsbereiche, Zugriffssteuerung und eine Plattform für anpassbare Anwendungen.

Eine frühere Version hat Cloudflare zunächst im eigenen Unternehmen eingesetzt. Nach Angaben des Anbieters verwenden inzwischen Tausende Beschäftigte aus verschiedenen Bereichen die Plattform täglich. Sie erstellen damit unter anderem Präsentationen und Dokumente, automatisieren Routineaufgaben und entwickeln kleinere Anwendungen zur Auswertung von Daten.

Vom Chat zur eigenen Anwendung

Der Einstieg in Cloudflare OS erfolgt über eine Unterhaltung im Browser. Anders als bei einem allgemeinen Chatbot soll jeder Arbeitsbereich jedoch auf Wissen zugeschnitten sein, das ein Unternehmen selbst zusammengestellt hat. Dazu gehören Begriffe aus dem Arbeitsalltag, Prozessbeschreibungen und Anleitungen für wiederkehrende Tätigkeiten. Mitarbeitende sollen diese Informationen nicht bei jeder neuen Anfrage erneut erklären müssen.

Die Agenten erhalten außerdem eine abgeschottete Laufzeitumgebung. Dort können sie Code schreiben und ausführen. Damit lassen sich Daten laut Cloudflare gezielt durchsuchen, filtern, verknüpfen und auswerten, ohne vollständige Datensätze in den Kontext eines Sprachmodells zu laden.

Aus den Ergebnissen können Dokumente, Tabellen oder Präsentationen entstehen. Diese Inhalte müssen laut Cloudflare nicht bei einer statischen Datei stehen bleiben. Sie können mit aktuellen Daten verbunden bleiben und sich bei Änderungen der Quellen aktualisieren. Ein Export in bekannte Formate oder zu Diensten wie Google Drive bleibt möglich.

Reicht ein Dokument nicht aus, kann der Agent eine eigene Anwendung erzeugen. Sie besteht nach Angaben von Cloudflare aus einer Oberfläche im Browser, Serverlogik und dauerhaft gespeicherten Daten. Anwendungen sind zunächst privat. Nutzende können sie aber mit anderen teilen oder als Vorlage weitergeben. Eine Vorlage enthält den Programmcode, nicht aber vertrauliche Zugangsdaten, Gesprächsverläufe oder die Daten der ursprünglichen Anwendung.

Zugriff mit klaren Grenzen

Im Mittelpunkt des Sicherheitskonzepts stehen sogenannte Gatekeepers. Diese Dienste vermitteln zwischen Cloudflare OS und externen Systemen wie GitHub, Datenbanken oder anderen Unternehmensanwendungen. Statt einem Agenten einen weitreichenden API-Schlüssel zu geben, soll ein Gatekeeper nur genau definierte Zugriffe erlauben.

So kann ein Agent etwa nur die Tickets eines bestimmten Projekts lesen, aber keinen Quellcode sehen. Gatekeepers können einzelne Felder ausblenden, Zugriffsraten begrenzen und für Aktionen mit Folgen außerhalb der Plattform eine Freigabe verlangen. Zugangsdaten bleiben dabei laut Cloudflare vom Agenten und vom erzeugten Code getrennt.

Cloudflare OS zeichnet außerdem auf, welche Ressourcen ein Agent eingesehen hat. Diese Information soll verhindern, dass vertrauliche Daten über Umwege geteilt werden. Wenn etwa aus einer geschützten Datentabelle ein Dashboard entsteht, prüft die Plattform beim Öffnen des Dashboards erneut die Berechtigungen der betreffenden Person.

Für Anmeldung und Zugriffsregeln nutzt die Plattform Cloudflare Access. Die Auswahl von KI-Modellen, Kostenkontrolle und Auswertung der Nutzung laufen über Cloudflare AI Gateway. Unternehmen können festlegen, welche Modelle verfügbar sind, und Budgets oder Limits für Teams und Arbeitsbereiche setzen.

Neben dem Kernprojekt veröffentlicht Cloudflare eine Beispielinstallation, die sich an der eigenen internen Nutzung orientiert. Unternehmen können Oberfläche, Integrationen und eigene Gatekeepers anpassen, ohne den Kern des Projekts zu verändern. Cloudflare plant zudem eine verwaltete Version im Dashboard, Container für Entwicklungsabläufe und Anbindungen an Chatdienste wie Slack.

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