LinkedIn führt Meldefunktion für mutmaßliche KI-Beiträge ein

LinkedIn hat eine neue Meldefunktion eingeführt: Nutzer können Beiträge und Kommentare markieren, die aus ihrer Sicht nach „AI slop“ aussehen, also nach minderwertig wirkenden KI-Inhalten. Joseph Cox berichtet bei 404 Media, dass die Option im Menü mit den drei Punkten über einem Beitrag erscheint. Nach der Meldung bedankt sich LinkedIn und blendet den betreffenden Beitrag im Feed aus.

Damit reagiert das Netzwerk auf die zunehmende Menge an generischen Beiträgen. Viele Texte folgen ähnlichen Mustern: große Abstände zwischen einzelnen Sätzen, Listen mit vermeintlichen Lehren, viele Emojis und zugespitzte Formulierungen. Der Anbieter für KI-Erkennung Pangram schätzte zuvor, dass 41 Prozent der längeren und 30 Prozent der kurzen LinkedIn-Beiträge wahrscheinlich mit KI erstellt wurden.

Nach Angaben von LinkedIns Produktchef Hari Srinivasan baut das Unternehmen neue Klassifikatoren aus. Diese automatisierten Systeme sollen erkennen, ob ein Beitrag wahrscheinlich KI erzeugt oder allgemein von geringer Qualität ist. Die Meldungen der Mitglieder sollen helfen, diese Systeme weiter anzupassen. Dadurch will LinkedIn weniger solcher Inhalte in Empfehlungen und bei Beiträgen von Personen außerhalb des eigenen Netzwerks anzeigen.

Srinivasan räumt ein, dass sich „Slop“ schwer eindeutig definieren lässt. Die Bewertung kann sich zudem verändern. KI-Unterstützung macht einen Text nicht zwingend unbrauchbar. Umgekehrt können auch von Menschen geschriebene Beiträge beliebig oder wenig hilfreich sein.

LinkedIn entfernt außerdem die Funktion „Enhance your post“. Stattdessen soll es ein Werkzeug geben, das Texte prüft, aber den persönlichen Schreibstil nicht umformuliert. Das Unternehmen betont, es wolle eigenständige berufliche Perspektiven sichtbarer machen. KI dürfe aber weiterhin beim Einstieg in einen Text helfen.

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