Anthropic hat Claude Opus 5 vorgestellt. Das neue KI-Modell soll bei Programmierung, Wissensarbeit und Computersteuerung nahe an die Leistung von Claude Fable 5 herankommen, dabei aber pro Aufgabe etwa halb so viel kosten.
Opus 5 wird zum Standardmodell für Abonnenten von Claude Max. Für Claude Pro ist es laut Anthropic das leistungsfähigste verfügbare Modell. Über die Programmierschnittstelle des Unternehmens steht es unter dem Namen claude-opus-5 bereit. Die Preise bleiben gegenüber Opus 4.8 unverändert: 5 US-Dollar pro Million Eingabe-Token und 25 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token.
Mit dem Launch setzt Anthropic weniger auf den Anspruch, das insgesamt stärkste Modell anzubieten. Stattdessen richtet sich Opus 5 an tägliche Arbeitsaufgaben, bei denen Kosten, Tempo und verlässliche Ergebnisse besonders wichtig sind.
Stärker bei klar umrissenen Arbeitsaufgaben
Anthropic meldet für Opus 5 Bestwerte auf mehreren eigenen und externen Tests für Softwareentwicklung und Wissensarbeit. Beim Benchmark Frontier-Bench, der selbstständig ausgeführte Programmieraufgaben prüft, soll das Modell mehr als doppelt so gut abschneiden wie Opus 4.8. Auch bei ARC-AGI 3, einem Test für neuartige Denkaufgaben, und beim Computer-Use-Test OSWorld 2.0 sieht das Unternehmen deutliche Fortschritte.
Für viele professionelle Nutzer dürfte vor allem die Steuerung des Rechenaufwands wichtig sein. Opus 5 bietet eine Einstellung dafür. Bei niedrigem Aufwand soll das Modell schneller antworten und weniger Token verbrauchen. Höhere Einstellungen sind für Aufgaben gedacht, bei denen eine gründlichere Prüfung sinnvoll ist.
Anthropic beschreibt Opus 5 zudem als Modell, das Ergebnisse stärker selbst kontrolliert und Fehler gezielter sucht. In einem Test sollte die KI aus einer technischen Zeichnung ein 3D-Modell erstellen, obwohl sie die Zeichnung nicht direkt ansehen konnte. Laut Unternehmen entwickelte das Modell daraufhin selbst einen Prozess zur Auswertung der Bilddaten. In einem weiteren Beispiel fand es bei einem Fehler in einem Open-Source-Paketmanager die eigentliche Ursache und nicht nur das sichtbare Problem.
VentureBeat berichtet, Anthropic unterscheide klar zwischen begrenzten Aufgaben und lang laufenden, autonomen Projekten. Opus 5 sei für komplexe Aufgaben mit einem klaren Ziel gedacht. Fable 5 bleibe dagegen das Modell für Projekte, die über viele Stunden oder Tage hinweg zahlreiche Schritte und große Mengen Material zusammenführen müssen.
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Weniger Eingriffe durch Sicherheitsfilter
Anthropic bewertet Opus 5 in internen Tests als das bislang am stärksten ausgerichtete Modell des Unternehmens. Es soll seltener täuschendes Verhalten zeigen und sich weniger leicht zu missbräuchlichen oder riskanten Handlungen verleiten lassen als Opus 4.8, Sonnet 5 und Fable 5.
Für Cybersecurity-Aufgaben wurde Opus 5 nach Angaben des Unternehmens nicht gezielt trainiert. Durch die allgemeine Leistungssteigerung kann es jedoch Sicherheitslücken besser erkennen. Beim Entwickeln funktionsfähiger Exploits liege es weiterhin deutlich hinter Mythos 5, so Anthropic.
Bestimmte Cybersecurity-Anfragen werden weiterhin blockiert. Dazu zählen Penetrationstests, die Erstellung von Exploits und die Suche nach Sicherheitslücken in Binärdateien. Anthropic erwartet jedoch, dass die Filter bei Opus 5 rund 85 Prozent seltener eingreifen als bei Fable 5. Wird eine Anfrage in Claude.ai, Claude Code oder Claude Cowork markiert, kann sie automatisch an Opus 4.8 weitergeleitet werden.
Neu sind außerdem automatische Ausweichrouten in der API sowie eine Beta-Funktion, mit der Entwickler die verfügbaren Werkzeuge innerhalb eines Gesprächs ändern können, ohne den Prompt-Cache zu verlieren. Ein Fast-Modus soll rund 2,5-mal schneller arbeiten. Er kostet allerdings das Doppelte des Standardpreises.
Quellen
- Introducing Claude Opus 5 – Anthropic
- Anthropic says Opus 5 can nearly match its top-performing model for half the price – Engadget
- Anthropic launches Claude Opus 5, a cheaper AI model for coding, agents and enterprise workflows – VentureBeat
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