Bericht: Google AI Mode hält Nutzer bei Google, während Websites Reichweite verlieren

Der Ausbau der KI-Suche bei Google verstärkt die Sorge, dass der Konzern dem offenen Web wichtige Besucher entzieht. Kate Conger berichtet in der New York Times, dass Verlage, Händler und andere Website-Betreiber sinkende Zugriffe aus der Google-Suche beobachten, weil Antworten zunehmend direkt durch KI erscheinen.

Mit AI Mode ersetzt Google klassische Trefferlisten teilweise durch dialogartige Antworten seines Modells Gemini. Hinzu kommen Suchanfragen mit Bildern und Videos sowie KI-Agenten, die Aufgaben für Nutzer recherchieren sollen. Nach Angaben des Unternehmens sind Anfragen in AI Mode dreimal länger als herkömmliche Suchanfragen.

Mehrere von der New York Times zitierte Studien zeigen, dass Nutzer in AI Mode ein bis neun Minuten länger bleiben. Eine Untersuchung des Branchen-Newsletters Growth Memo kommt zu dem Ergebnis, dass Nutzer in rund 75 Prozent der Sitzungen nicht zu externen Websites wechseln. Google weist diese Studie zurück. Die Stichprobe sei klein und bilde normales Nutzerverhalten nicht ab.

Das Geschäftsmodell vieler Websites gerät unter Druck

Cloudflare zufolge stammt inzwischen mehr als die Hälfte des Webverkehrs von automatisierten Systemen statt von Menschen. Das Unternehmen meldet für Websites aus Finanzwesen, Medien und Handel einen Rückgang menschlicher Besuche von fast 40 Prozent zwischen Juni 2025 und April 2026.

Auch Wikipedia verzeichnet Folgen. Die Wikimedia Foundation spricht von einem Rückgang menschlicher Besucher um 8 Prozent binnen eines Jahres. Gleichzeitig greifen Bots verstärkt auf Inhalte zu, die für das Training von KI-Modellen genutzt werden. Die Stiftung setzt deshalb stärker auf eigene Apps und soziale Netzwerke und verlangt von KI-Unternehmen Geld für den Zugang zu Trainingsdaten.

Google erklärt, seine KI-Suchfunktionen leiteten weiterhin Milliarden Klicks pro Woche an Websites weiter. Verlinkungen, Website-Vorschauen und bevorzugte Quellen sollen externe Angebote sichtbar halten. Kritiker halten dagegen: Wer bereits eine vollständige KI-Antwort erhält, klickt seltener weiter.

Die britische Wettbewerbsbehörde verpflichtet Google inzwischen zu klareren Quellenlinks und einer Opt-out-Möglichkeit für KI-Zusammenfassungen. Für Anbieter von Inhalten geht es damit um ihre wirtschaftliche Grundlage. Bleiben Nutzer bei KI-Antworten, schrumpft die Reichweite, die viele Websites finanziert.

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