OpenAI hat vertraulich einen Antrag auf einen Börsengang (IPO) bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC eingereicht. Ashley Capoot und Kate Rooney berichten für CNBC, dass das Unternehmen mit einer Bewertung von 852 Milliarden US-Dollar bereits im vierten Quartal dieses Jahres an die Börse gehen könnte. Die Einreichung erfolgt eine Woche nach dem Konkurrenten Anthropic, der denselben Schritt unternommen hatte.
Eine vertrauliche Einreichung erlaubt es einem Unternehmen, seine Finanzdaten zunächst nur den Behörden vorzulegen. Die Öffentlichkeit erhält erst später Einblick. OpenAI arbeitet dabei mit den Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley zusammen. Einen konkreten Zeitplan nannte das Unternehmen bislang nicht.
Drei Unternehmen, ein Zeitfenster
OpenAI trifft auf dem Weg an die Börse auf direkte Konkurrenz. SpaceX hat seine Roadshow für Investoren bereits begonnen. In den Börsenunterlagen von SpaceX werden OpenAI, Anthropic und Google als wichtige Mitbewerber im KI-Bereich genannt. Anthropic schloss zuletzt eine Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von 965 Milliarden Dollar ab und überholte damit OpenAI.
OpenAI plant zudem ein sogenanntes Tender Offer. Mitarbeitende sollen dabei eigene Anteile zum aktuellen Bewertungspreis verkaufen können, um kurzfristig Liquidität zu erhalten.
CEO Sam Altman wird sich gegenüber Investoren vor allem zu den Finanzen erklären müssen. Das Unternehmen hat bislang mehr als 180 Milliarden Dollar eingesammelt und gibt weiterhin viel Geld für Rechenkapazitäten und Infrastruktur aus. In einem Blogbeitrag beschrieb Altman die aktuelle Situation als „dritte Phase“ von OpenAI. Ziel sei es, fortschrittliche KI für alle Menschen erschwinglich und zugänglich zu machen.
ChatGPT zählt inzwischen mehr als 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer. Um sich auf den Börsengang vorzubereiten, hat OpenAI Nebenprojekte eingestellt, darunter die Kurzvideoapp Sora. Stattdessen investiert das Unternehmen verstärkt in sein Unternehmensgeschäft und den Coding-Assistenten Codex.
Dem Börsengang geht ein wochenlanger Rechtsstreit zwischen Altman und SpaceX-Gründer Elon Musk voraus. Ein Geschworenengericht befand, dass Musk zu lange gewartet hatte, um seine Klage einzureichen. Musk hatte behauptet, OpenAI habe sein ursprüngliches Versprechen gebrochen, als gemeinnützige Organisation zu arbeiten. Ein Bundesrichter übernahm das Urteil der Geschworenen.
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