Umfrage: Sieben von zehn Amerikanern lehnen Rechenzentren in ihrer Nachbarschaft ab

Sieben von zehn Amerikanern lehnen den Bau eines Rechenzentrums in ihrer Nachbarschaft ab. Das zeigt eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup. Fast die Hälfte der Befragten gibt an, solche Projekte strikt abzulehnen. Tim Craig berichtet für The Washington Post, dass mehr Amerikaner lieber neben einem Atomkraftwerk leben würden als neben einem Rechenzentrum, das künstliche Intelligenz mit Rechenleistung versorgt.

Die Umfrage unter 1.000 Personen ist die erste, in der Gallup die Bevölkerung zu Rechenzentren befragt hat. Ihre Ergebnisse stimmen mit anderen aktuellen Erhebungen überein. Eine Umfrage von The Washington Post und der Schar School unter Wählern in Virginia vom April ergab, dass 59 Prozent der Befragten ein Rechenzentrum in ihrer Nähe ablehnen. Im Jahr 2023 teilte weniger als jeder vierte Wähler in Virginia diese Haltung.

Energiekosten und Umweltsorgen als Hauptgründe

Der Widerstand zieht sich durch alle politischen Lager, ist aber bei Demokraten am stärksten ausgeprägt. 56 Prozent der Demokraten lehnen Rechenzentren in ihrer Gemeinde strikt ab. Bei Republikanern liegt dieser Wert bei 39 Prozent. Auch knapp die Hälfte der Unabhängigen ist stark dagegen.

Gallup nennt mehrere Gründe für die ablehnende Haltung:

  • 70 Prozent der Befragten machen sich Sorgen um die Umweltfolgen.
  • Rund die Hälfte der Gegner nennt den übermäßigen Verbrauch von Ressourcen wie Wasser als konkretes Problem.
  • Etwa jeder Fünfte befürchtet Einbußen bei der Lebensqualität vor Ort.
  • Eine ähnlich große Gruppe sorgt sich um steigende Energiekosten.

Die politischen Folgen sind bereits spürbar. Im Ort Archbald im US-Bundesstaat Pennsylvania war der Widerstand gegen geplante sieben Rechenzentrum-Komplexe so groß, dass die meisten Mitglieder des Stadtrats zurücktreten mussten. Ihre Nachfolger sind erklärte Gegner der Projekte. Mehrere Gemeinden haben Baustopps für große Rechenzentren verhängt.

Gallup stuft die Ergebnisse als „erhebliches Hindernis für den Ausbau des KI-Rechnens“ ein und erwartet, dass geplante Projekte künftig vermehrt Bürgerproteste und rechtliche Auseinandersetzungen auslösen werden. Ungeachtet dessen betonen Präsident Donald Trump und Führungskräfte großer Technologieunternehmen weiterhin, dass Rechenzentren unverzichtbar seien, um im KI-Wettbewerb mit China bestehen zu können.

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