Eine groß angelegte Umfrage unter Führungskräften zeigt, dass künstliche Intelligenz bisher kaum messbare Auswirkungen auf Produktivität oder Beschäftigung hat. Sasha Rogelberg berichtet für Fortune. Unter rund 6.000 befragten CEOs, CFOs und anderen Führungskräften aus den USA, Großbritannien, Deutschland und Australien gaben knapp 90 Prozent an, KI habe ihre Betriebe in den vergangenen drei Jahren nicht verändert.
Die Studie wurde vom National Bureau of Economic Research veröffentlicht. Zwar nutzen etwa zwei Drittel der Befragten KI, aber im Schnitt nur 1,5 Stunden pro Woche. Ein Viertel verwendet KI am Arbeitsplatz gar nicht.
Die Ergebnisse erinnern Ökonomen an ein bekanntes Phänomen. Der Nobelpreisträger Robert Solow stellte 1987 fest, dass Computer trotz weiter Verbreitung in der Produktivitätsstatistik unsichtbar blieben. Torsten Slok, Chefökonom bei Apollo, zieht eine direkte Parallele: „KI ist überall, nur nicht in den makroökonomischen Daten.“
Die Erwartungen der Führungskräfte bleiben dennoch hoch. Sie rechnen mit einem Produktivitätsanstieg von 1,4 Prozent und einem Outputwachstum von 0,8 Prozent in den nächsten drei Jahren.
Manche Ökonomen sehen erste Anzeichen einer Trendwende. Erik Brynjolfsson von der Stanford University verweist auf ein US-Produktivitätswachstum von 2,7 Prozent im vergangenen Jahr.
Slok betont, dass der entscheidende Faktor die Umsetzung sei. Der Wert entstehe nicht durch das Produkt selbst, sondern durch den konkreten Einsatz von generativer KI in verschiedenen Wirtschaftsbereichen.
