Googles KI-Weltengenerator Genie erschafft spielbare Umgebungen

Google hat Project Genie veröffentlicht, einen experimentellen Forschungsprototyp, der Nutzern erlaubt, interaktive virtuelle Welten zu erstellen und zu erkunden. Das Tool ist jetzt für Google AI Ultra-Abonnenten in den Vereinigten Staaten verfügbar, die 18 Jahre oder älter sind.

Project Genie nutzt Genie 3, ein World Model, das interaktive Umgebungen in Echtzeit generiert. Anders als statische 3D-Snapshots erstellt das System den Weg nach vorne, während sich Nutzer durch die Welt bewegen. Google DeepMind entwickelte Genie 3, um Physik und Interaktionen für dynamische Umgebungen zu simulieren. Das Unternehmen gibt an, dass die Technologie verschiedene reale Szenarien simulieren kann, von Robotik über Animation bis zu historischen Settings.

Der Prototyp bietet drei Hauptfunktionen. Nutzer können Welten durch Text-Prompts und Bilder erstellen und dabei Charaktere und Erkundungsmethoden definieren, die von Gehen bis Fliegen reichen. Das System integriert Nano Banana Pro zum Vorab-Ansehen und Ändern von Welten. Einmal drin, können Nutzer navigierbare Umgebungen erkunden, die Inhalte in Echtzeit basierend auf ihren Aktionen generieren. Das Tool erlaubt auch das Remixen bestehender Welten oder das Aufbauen auf kuratierten Beispielen aus einer Galerie.

Tests zeigen erhebliche Einschränkungen. Jede generierte Welt kann nur für 60 Sekunden bei einer Auflösung von circa 720p und einer Framerate von etwa 24 Bildern pro Sekunde erkundet werden. The Verge testete den Prototyp und berichtete von frustrierendem Input-Lag, schlimmer als typische Cloud-Gaming-Erfahrungen. Generierte Welten schaffen es manchmal nicht, Konsistenz zu wahren—Farbspuren verschwinden, Straßen verwandeln sich in Gras, und Charaktere werden gelegentlich unkontrollierbar.

Das Tool generierte erfolgreich Welten, die bekannten Gaming-Franchises ähneln. Ein Reporter erstellte Umgebungen, die wie Super Mario 64, Metroid Prime und The Legend of Zelda: Breath of the Wild aussahen. Google blockierte jedoch anschließend die Generierung von Super Mario 64-basierten Welten aufgrund der Interessen von Drittanbieter-Content-Providern. Das System weigerte sich, eine Kingdom Hearts-Welt zu generieren, wenn spezifische Charakternamen verwendet wurden.

Diego Rivas, Product Manager bei Google DeepMind, sagte zu The Verge, dass das Unternehmen Project Genie veröffentlichte, um über neue Use Cases zu lernen. Google interessiert sich für Anwendungen zur Visualisierung von Szenen für Filmproduktionen, zur Erstellung interaktiver Bildungsmedien und möglicherweise, um Robotern bei der Navigation in der realen Welt zu helfen. Shlomi Fruchter, Research Director bei Google DeepMind, betonte, dass Project Genie kein End-to-End-Produkt für den täglichen Gebrauch ist.

Google räumt mehrere bekannte Probleme ein. Generierte Welten sehen möglicherweise nicht komplett realistisch aus oder folgen nicht genau Prompts und realer Physik. Charaktere können weniger kontrollierbar sein mit höherer Latenz. Einige für Genie 3 angekündigte Fähigkeiten, wie promptbare Events, die die Welt während der Erkundung verändern, sind noch nicht im Prototyp enthalten.

Das Genie 3 Model wurde primär mit öffentlich verfügbaren Daten aus dem Web trainiert, so Google. Das erklärt wahrscheinlich, warum das System Umgebungen generieren kann, die existierenden Spielen ähneln—das Model lernte von zahllosen Gameplay-Videos, die online verfügbar sind.

Google plant, den Zugang auf weitere Regionen auszuweiten. Nutzer können Videos ihrer erstellten Welten und Erkundungen herunterladen. Das Unternehmen gibt an, dass sein Ziel ist, diese Erfahrungen und Technologie im Laufe der Zeit mehr Nutzern zugänglich zu machen.

Quellen: Google Blog, The Verge

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